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Kiel kann stolz auf die Kieler Woche sein

Kommentar Kiel kann stolz auf die Kieler Woche sein

Die beste Nachricht in diesem Jahr ist eine, die selbstverständlich sein sollte: Die Kieler Woche 2016 war friedlich – ohne besondere Straftaten, vor allem aber ohne Terroralarm.

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Kristian Blasel ist Leiter der Lokalredaktion Kiel.

Quelle: Kieler Nachrichten

Kiel. Die Angst vor Anschlägen, die in der Vergangenheit nicht einmal Thema gewesen ist, haben viele Besucher nach den furchtbaren Ereignissen von Paris und Brüssel auch in Schleswig-Holstein im Hinterkopf gehabt. Doch sie ließen sich davon nicht lähmen. Sie zogen zu Tausenden vor die Musikbühnen und feierten Bands und Fußballspiele gleichermaßen. Wie schön.

 Und dazu haben auch Polizei und Sicherheitskräfte ihren Beitrag geliefert, die rechtzeitig ein verändertes Konzept präsentierten. Die sichtbare Präsenz in der Stadt hat beide Ziele erreicht: Potenzielle Täter wurden abgeschreckt, das subjektive Sicherheitsgefühl der friedlichen Mehrheit wurde zugleich gestärkt. Das tat der Woche von Anfang an sehr gut.

 Kiel darf zu Recht stolz auf diese speziellen Tage sein, die trotz ihrer Rituale nie langweilig werden. Mit dem Besuch von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Vizekanzler Sigmar Gabriel und der kompletten Landesprominenz wurde der gesellschaftliche Stellenwert des Festes eindrucksvoll unterstrichen. Es ist für Entscheider selbstverständlich, an die Förde zu kommen, um sich zu zeigen und Netzwerke zu pflegen.

 Der Segelstandort Schilksee hat den gefühlten Rückschlag nach dem Aus der Olympia-Bewerbung längst verkraftet. Es mangelt nicht an Ideen, das Wassersportzentrum auszubauen und zu modernisieren. Dieser Weg muss entschlossen weitergegangen werden. Das Volksfest mit Musik und Spielen hat auch im 134. Jahr nichts an seiner Attraktivität verloren, weil es für jeden Geschmack etwas bietet. Innerhalb einer Strecke von wenigen Kilometern bekommen die Menschen Sportakrobatik, Kleinkunst, kulinarische Vielfalt, Musik und populär aufbereitete Wissenschaft präsentiert – und das in einer maritimen Atmosphäre, die Ihresgleichen sucht.

 Weil so vieles so gut lief, ist aber auch ein bisschen Mäkelei erlaubt. Über das Wetter beispielsweise, das so furios begann, dann mit tropischer Hitze anstrengte, bis es zum Finale alle Kieler Regenklischees bediente. Schade, die Hunderttausende, die wieder zur Windjammerparade aufgebrochen waren und die Abschlusskonzerte genießen wollten, hatten etwas anderes verdient. Was nervt, das ist zudem die wachsende Diskrepanz zwischen den tollen kostenlosen Angeboten für Kinder und Jugendliche auf der Spiellinie und im Schlosspark – und den haarsträubenden Preisen für manches Trampolinspringen. Das hat wieder mancher Familie Tränen oder leere Geldbörsen beschert.

 Für 2017 sollte, nein, muss wie immer nachjustiert werden, damit die Kieler Woche nicht in Selbstzufriedenheit erstarrt. Am Musikzelt auf der Reventlouwiese vielleicht, das am Nachmittag ziemlich muffig und unattraktiv daher kommt. Oder am Fahrradparkplatzangebot, das an manchen Stellen völlig unzureichend war. Wie angenehm ist es, wenn sich am Ende dieser Tage der Ärger auf solche Fragen beschränkt.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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