9 ° / -1 ° Regenschauer

Navigation:
Marina Kormbaki zur Wiederwahl von Bsirske

Kommentar Marina Kormbaki zur Wiederwahl von Bsirske

Frank Bsirske musste sich zuletzt oft den Vergleich mit Goethes Zauberlehrling gefallen lassen. Die Geister, die er während des noch immer ungelösten Kita-Tarifstreits beschwor, könne er nicht mehr beherrschen, lautete der Vorwurf. Bsirskes Ergebnis bei der Wiederwahl hat gezeigt: So mancher bei Verdi teilt diese Kritik – mit 88,5 Prozent fiel der Zuspruch deutlich geringer aus als vor vier Jahren. Bsirske ahnte das.

Er riet zuletzt seinen Leuten davon ab, auf Maximalforderungen zu beharren, und sprach davon, dass jahrzehntelange Lohndiskriminierungen „nicht im Handstreich“ zu beseitigen seien. Kurzum: Er bat um mehr Zeit. Die hat er nun.

Übertrieben wäre jedoch, im Ergebnis einen Denkzettel zu sehen. Bsirskes Autorität bleibt unangefochten, das ihm entgegengebrachte Vertrauen ist groß – und das hat paradoxerweise auch viel mit den ungelösten Dauerkonflikten in Kitas und bei Amazon zu tun. Verdi hat sich da als kämpferische Kraft positioniert, allein von Januar bis Juli zählte die Gewerkschaft 1,5 Millionen Streiktage. Das kam gut an: Im selben Zeitraum traten gut 100000 Arbeitnehmer der Gewerkschaft bei. Und der Kampf geht weiter. Er wird auf neue Felder wie das der Pflege ausgeweitet werden, machte Bsirske deutlich. Doch nicht nur zunehmende Tarifflucht von Unternehmen und betriebliche Auslagerungen werden Bsirske in seiner fünften Amtszeit plagen. Er muss auch einen Nachfolger finden und aufbauen. Das wird nicht einfach werden, denn Verdi – das ist bisher vor allem Bsirske.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Anzeige
Mehr aus KN-Kommentare 2/3