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Martina Drexler zu den Ausschreibungen

Kommentar Martina Drexler zu den Ausschreibungen

Jeder Häuslebauer in der Republik ahnt zumindest, wie die Flucht in Betongold die Baubranche in Atem hält. In manchen Gegenden ist es schon schwierig geworden, Handwerker für kleine Reparaturaufträge zu gewinnen. Der Bauboom, der den Betrieben volle Auftragsbücher beschert, lässt grüßen.

Vorbei die Zeiten, als das Handwerk auf öffentliche Aufträge angewiesen war und zum Teil sogar zu Niedrigstpreisen Angebote machte, um über die Runden zu kommen. So manche Kommune verdarb es sich dann auch noch mit der Branche durch schlechte Zahlungsmoral.

Dass wachsende Städte wie Kiel derzeit kämpfen müssen, geeignete Firmen zu wirtschaftlichen Preisen für die zügige Umsetzung geplanter Bauprojekte zu finden, ist aber nicht nur der guten Auftragslage der Betriebe geschuldet. Ob Tariftreuegesetz, Mindestlohn, soziale und ökologische Kriterien an die Produkte, sich ändernde rechtliche Rahmenbedingungen – bevor sich kleinere Unternehmen durch einen ganzen Papierstapel voller Vorschriften durcharbeiten und Fehler riskieren, meiden sie Ausschreibungen. Zumal auch sie mit steigenden Kosten klar kommen müssen und wissen, dass beim öffentlichen Auftraggeber in der Regel das niedrigste Angebot zieht. Als größter Bremsklotz für die Stadt und die Branche erweist sich aber vor allem die überbordende Bürokratie. Dabei sollte eigentlich die Reform des Vergaberechts endlich Erleichterung verschaffen – und hat nach Aussagen von Experten das genaue Gegenteil erreicht

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Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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