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Martina Drexler zu den Bombenfunden

Kommentar Martina Drexler zu den Bombenfunden

Irgendwie beschleicht einen das mulmige Gefühl, in Kiel wie auf einem Pulverfass zu leben. Das ist mit dem Blick in die Geschichte allzu verständlich, wohnen wir doch zum Großteil auf Trümmerfeldern des Zweiten Weltkrieges. Die Bombenangriffe haben gerade in der Innenstadt und rund um die Förde tiefe, aber verborgene Spuren an Land und Meeresboden hinterlassen.

Man mag gar nicht so genau wissen, wie viele Bomben, Granaten und Torpedos in der Region noch nicht entdeckt und entschärft wurden. Sicher ist nur eines: Es werden Tausende sein. Während bis vor wenigen Jahren die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes eher selten zu Evakuierungen und Sperrungen führte und die Bevölkerung aufschreckte, erfolgen entsprechende Warnungen immer häufiger. Die Hauptursache dürfte neben den verbesserten Methoden und der Vielzahl neu aufgekaufter Luftbilder der Bauboom sein.

Dass wir uns trotz der vielen Bombenfunde beruhigt zurücklehnen können, haben wir den Profis des Kampfmittelräumdienstes zu verdanken: Sie erledigen einen harten Job unter lebensgefährlichen Bedingungen – zu unser aller Sicherheit. Vor diesem Hintergrund kann man sich über das Verhalten etlicher Wutbürger nur wundern: Erst in der vergangenen Woche pöbelten sie während einer Bombenentschärfung Beamte an den Sperrposten wüst an und verzögerten damit die Arbeiten. Aber im Ernstfall halten die Experten auch für sie den Kopf hin.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Bombenfunde
Foto: Diese amerikanische Fliegerbombe wurde auf dem Ostufer entschärft. Die Einsätze der Kampfmittelräumer häufen sich.

Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs leidet Kiel noch unter den Folgen des damaligen Dauerbombardements. Da immer häufiger der Kampfmittelräumdienst anrücken muss, verzögern sich große Bauprojekte in Kiel nach Angaben der Stadt nicht nur erheblich, sie werden auch deutlich teurer.

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