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Michael Kluth zu Habecks bundespolitischen Ambitionen

Kommentar Michael Kluth zu Habecks bundespolitischen Ambitionen

Nein, der beabsichtigte Wechsel von Robert Habeck in die Bundespolitik ist diesmal kein Affront gegen Torsten Albig – anders als zuletzt die Fahnenflucht von Innenminister Andreas Breitner. Die Parallele Breitner/Habeck endet bei der Feststellung, dass ein weiterer Leistungsträger das Kabinett verlassen will.

Aber der Umweltminister wirft dem Regierungschef ja nicht die Brocken hin, im Gegenteil: Der Ministerpräsident kann bis zum Ende der Legislaturperiode auf seinen Stellvertreter zählen. Albig sollte und wird froh darüber sein.

Die Gründe für die Ambitionen des Grünen sind weniger in einer Unzufriedenheit mit dem Dasein in dieser Landesregierung zu suchen als vielmehr in einer Unzufriedenheit mit dem Erscheinungsbild der Grünen im Bund, gepaart mit der Selbsteinschätzung, es besser zu können. Zu dieser Einschätzung kann man kommen. Robert Habeck ist ein guter Mann, und er weiß das. So einer fühlt sich leicht zu Höherem berufen. Dann auch zu springen, erfordert gleichwohl Mut. Habeck hat ihn.

Dann also auf ins Haifischbecken. Robert Habeck wird künftig nicht mehr nur zu Knickschutz und Tierwohl, sondern zu Krieg und Frieden, zu BND, Bundeswehr und Beamtentarifen sprechfähig sein müssen, eifersüchtig beäugt von innerparteilichen Konkurrenten und geschliffen gekontert von politischen Gegnern des Kalibers Merkel, Gysi, Gabriel. Und wenn er scheitert, wird er kaum mir nichts, dir nichts in die Landespolitik zurückkehren können, als wäre nichts gewesen. Habeck ist jetzt zum Erfolg verdammt.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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