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Patrick Tiede zum Streik in den Kitas

Kommentar Patrick Tiede zum Streik in den Kitas

Dass dem Land ein langer und flächendeckender Kita-Streik droht, ist keine gute Nachricht: Kinder, Eltern und Erzieher werden darunter gleichermaßen zu leiden haben. Dabei wäre das Szenario noch immer vermeidbar, würden die Arbeitgeber nur etwas mehr Verhandlungsbereitschaft signalisieren und die Gewerkschaften weniger nervös reagieren. Beides ist leider unwahrscheinlich.

In der Sache selbst gibt es keinen Zweifel: Die durchschnittliche Erzieherin in einer Kita ist angesichts ihrer grundsätzlichen Verantwortung und der wachsenden Anforderungen an frühkindliche Erziehung tendenziell unterbezahlt. Land, Kommunen und freie Träger investieren viel Geld in die Kitas: Die Zahl der Plätze wächst, die Betreuungsquote auch, die Qualität steigt. Da kann es nicht sein, dass diejenigen, die am Ende unmittelbar die pädagogische Arbeit oft weit über die Belastungsgrenze hinaus leisten, finanziell und strukturell die Leidtragenden sind. Die Folgen sind schon jetzt zu beobachten: Fachkräftemangel, starke Fluktuation, ein mitunter hoher Krankenstand. Das alles geht letztlich zu Lasten der Kinder.

Eine höhere grundsätzliche Einordnung in die Entgeltgruppen wäre eine gute Lösung. Sie würde genau den Schritt nachholen, den die Arbeitgeber 2009 bei den Verhandlungen zur Entgeltordnung noch abgeblockt hatten. Schon damals wäre die Maßnahme fällig gewesen, seitdem hat sich noch einmal viel getan. Wenn Streik das Mittel zur Durchsetzung sein muss, dann ist es eben so. Besser und verantwortungsvoller wäre es, ohne ihn auszukommen.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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