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Paul Wagner zur Wut über Kieler Stadtwerke

Kommentar Paul Wagner zur Wut über Kieler Stadtwerke

Die Kunden sprechen von Wucher, die Anbieter von dringend nötigen Preisanpassungen. Das neue Preissystem für die Wärme der Stadtwerke Kiel birgt reichlich Konfliktstoff. Fest steht: Die Berechnung ist kompliziert, und für die meisten Kunden gibt es keine Möglichkeit, auf andere Energieträger umzustellen.

Gerade deswegen dürfen die Stadtwerke jetzt nicht ihre Monopolkarte spielen und sollten sehr behutsam vorgehen. Dabei besonders unglücklich: Vielen Kunden wurde gekündigt, ohne dass gleichzeitig neue Angebote im Briefkasten lagen. Die Betroffenen hängen deswegen über Wochen und Monate in der Luft, können erst im Sommer mit neuen Preisangeboten für die Wärmeversorgung ihrer Häuser rechnen. Diese Zeit schafft Raum für Spekulationen und Unmut.

Klar ist aber auch: Jeder, der seit Jahrzehnten im Herbst den Tankwagen mit Heizöl bestellen, Wartungsverträge und Schornsteinfeger bezahlen muss, kann sich nur verwundert die Augen reiben. Worüber regen sich die Kieler denn so auf – könnte man meinen, wenn man die Wärmepreise der Landeshauptstadt sieht. Doch so einfach ist es nicht. Vielen Häuslebauern und Käufern wurde über Jahre ein langfristig günstiger Heizkostenpreis versprochen. Auf dieser Basis entstanden Finanzierungspläne, und die kommen bekanntlich schon wegen vergleichsweise kleiner Belastungen ins Wanken.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Neue Fernwärme-Preise
Foto: Insgesamt bekommen etwa 71000 Kieler über rund 6000 Verträge von den Stadtwerken Wärme aus dem Verbundnetz im Stadtzentrum und sieben Nahwärmenetzen in Umlandgemeinden.

In Kiel und einigen Gemeinden rund um die Förde fürchten Kunden der Stadtwerke Kiel drastisch steigende Heizkosten. Auf Bürgerversammlungen und im Internet machen sie ihrem Unmut Luft und werfen dem Energieversorger Wucher vor. Er nutze seine Monopolstellung bei der Wärmeversorgung Tausender Haushalte aus.

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