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Petra Krause zu den Wanderfalken

Kommentar Petra Krause zu den Wanderfalken

Vor Kurzem kreisten sie noch um den Rathausturm. Doch sie fanden keinen Einlass. Denn die Stadt Kiel hat das Zuhause des Wanderfalkenpaares, das noch im vergangenen Jahr dort oben erfolgreich brütete, verschlossen.

 Der millionenschwere Sanierungsbedarf des Rathausturms, auf den die Stadt verweist, ist bekannt – genauso aber auch der besondere Schutz der Vögel. Eine Ausnahmegenehmigung lag aber bei Verschluss der Nisthilfe nicht vor.

Ob das rechtlich in Ordnung ist oder nicht, mögen andere beurteilen und entscheiden. Mit Sicherheit lässt aber der Stil des städtischen Vorgehens zu wünschen übrig. Hatte man sich noch im vergangenen Jahr gerne des Rates der ehrenamtlichen Mitglieder der AG Wanderfalkenschutz bedient, so hielt die Verwaltung es jetzt nicht einmal für nötig, diese über das Zusperren der Nisthilfe zu informieren – oder gar gemeinsam und vor allem rechtzeitig nach einer Lösung zu suchen. Stattdessen ließ man den Wanderfalken-Experten gar nicht mehr auf den Turm. Eine gut funktionierende Zusammenarbeit ist aber keine Einbahnstraße. Informationen müssen in beide Richtungen fließen, ansonsten droht nachhaltige Verstimmung.

Dabei gibt sich Kiel doch so gerne weltoffen und zeigt sich ökologisch sensibel. Nur für die Wanderfalken und deren Experten gilt das offensichtlich nicht. Zudem stellt sich die Frage, wie es um die vielgepriesene Transparenz, die Mutter guter Kommunikation, im Rathaus eigentlich bestellt ist.

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Wanderfalken ohne Zuhause
Foto: Im vergangenen Jahr brütete ein Wanderfalkenpaar im Rathausturm und zog drei Junge groß. Dieses Jahr ist die Nisthilfe verschlossen.

Im vergangenen Jahr brütete noch ein Wanderfalkenpaar im Rathausturm und zog drei Junge groß. Nun hat die Stadt die Nisthilfe verschlossen. Die AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein kritisiert „das fehlende Bemühen seitens der Stadt, dem Wanderfalken zur Brut zu verhelfen“.

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