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Ruth Bender zu den Nordischen Filmtagen

Kommentar Ruth Bender zu den Nordischen Filmtagen

30000 Besucher – bis gestern Abend sollte die 57. Auflage der Nordischen Filmtage die magische Zahl noch erreichen. Aber auch jenseits der Statistik, die mit 183 Filmen einen weiteren Rekord aufstellt, lässt sich das Jahr 2015 als Erfolgsausgabe feiern: ein durchgehend starkes Filmprogramm, hart am Puls der Zeit, und zahlreiche Gäste, die im Publikumsgespräch als Zeitzeugen fungieren und denen man tatsächlich persönlich nahe kommt.

Zum Beispiel, wenn eine Doku über den Filmregisseur Rainer Werner Fassbinder im Gespräch mit dem dänischen Filmemacher zu später Stunde zur Zeitreise wird, oder wenn Regisseurin Frederikke Aspöck anhand von „Rosita“ die Gegenwart erklärt.

Und das Festival funktioniert als Kulturvermittler weit über den Kinosaal hinaus, bringt Menschen und Weltsichten zusammen. Wie am ganz realen Suppenstand der „Krisenküche“, in der Flüchtlinge und Festivalbesucher ins Gespräch kamen. Ganz im Sinne von Festivalmanager Christian Modersbach, der die Filmtage als sozialen Treffpunkt weiter stärken will. Das passt: Nirgendwo schließlich lässt sich direkter und mit allen Sinnen ein unbekanntes Land erleben als im Kino. Mikael Rieks, Produzent des dänisch-deutschen Kriegsdramas „Unter dem Sand“, drückt es so aus: „Der beste Weg, menschliche Denkweisen zu verändern, ist die Kultur.“

Wie die Nordischen Filmtage all das alljährlich mit ungebrochenem Enthusiasmus und einem hochmotivierten Team auf die Beine stellen, das ist jedes Jahr neu zu loben.

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Nordische Filmtage
Szene aus „Virgin Mountain“: Fusi (Gunnar Jonsson) spielt mit dem Nachbarmädchen.

Ein Körper wie ein Berg, Spiddelhaare und ein Blick, der nicht viel durchlässt von der Außenwelt: So sieht er aus, der Publikumsliebling der 57. Nordischen Filmtage. Fusi ist der Titelheld des isländischen Spielfilms Virgin Mountain. Und der erhielt neben dem Publikumspreis der Lübecker Nachrichten auch den Kirchlichen Filmpreis.

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