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Ruth Bender zur Kieler Theatersaison 2014/15

Kommentar Ruth Bender zur Kieler Theatersaison 2014/15

Das Kieler Theater steht bestens da – und das macht sich auch im Spielplan der kommenden Saison bemerkbar. 250000 Zuschauer erwartet die Theaterleitung am Ende der noch laufenden Saison; da darf man es wagen, repertoire-technisch eingefahrene Gleise auch mal zu verlassen. Man tut es mit Lust und Wagemut in der Oper.

Eine Ausgrabung wie Jean-Baptiste Lullys „Atys“ kann man sich leisten, weil man das Genre Barockoper nach „kläglichen Anfängen“ etabliert hat, so für volles Haus sorgt. Und mittlerweile bekennt man sich dazu, dass es auch zur Aufgabe eines städtischen Opernhauses gehört, dem Publikum ein Avantgarde-Prunkstück wie die japanische Oper „Matsukaze“ zu vermitteln. „Dafür bekommen wir ja die Subventionen“, bemerkte GMD Georg Fritzsch gestern in der Pressekonferenz zu Recht.

Auch sonst ist der Spielplan 2014/15 nirgends von der Stange. Ein Bowie-Ballett, jede Menge kreativer Eigensinn im Werftpark-Theater, dazu im Schauspiel eine entspannte Mischung aus Repertoirestücken und Experimenten, die auch mal quer zu den Sehgewohnheiten stehen. Und eine Uraufführung des Autorenduos Zaimoglu/Senkel hat wahrlich nicht jeder vorzuweisen – auf die Kontinuität in der Zusammenarbeit mit den sonst bundesweit bis Oberammergau und München begehrten Kieler Lokalmatadoren darf Karasek mit Recht stolz sein. Soviel Risiko und Gegenwart war selten – das Theater hat sich die Möglichkeiten dazu in den letzten Jahren kontinuierlich geschaffen.

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Ein Artikel von
Ruth Bender
Kulturredaktion