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Tamo Schwarz zum ESC-Debakel in Wien

Kommentar Tamo Schwarz zum ESC-Debakel in Wien

Der Eurovision Song Contest hat seine eigenen Gesetze: Er ist musikalisch irrelevant, geschmacklich fragwürdig, und wer gewinnt, lässt sich eigentlich nie vorhersagen. Nach dem Toleranz-Triumph der Wurst im vergangenen Jahr folgte die Rückbesinnung auf schwedischen Konsens-Pop vom Reißbrett.

Das Debakel von Ann Sophie mit null Punkten tut besonders den Verantwortlichen weh, die im Gegensatz zur ziemlich coolen Künstlerin selbst nun zu schlechten Verlierern avancieren. Der Modus sei schuld, Deutsche eben in der Schuldenkrise unbeliebt undsoweiterundsofort. An Song, Performance (beides Mittelfeld) und Sex Appeal (Top Drei) hat es bei der sympathischen Hamburgerin nicht gelegen. Vielmehr sollte sie Andreas Kümmert, der als Sieger des Vorentscheids verzichtet hatte und seitdem Fans, Medien und Ex-Manager beschimpft, ein Dankesschreiben zukommen lassen. Nach seinem respektlosen Rückzug haftete Ann Sophie das Stigma der Zweitplatzierten an, das offenbar auch alle europäischen Kommentatoren genüsslich ausschlachteten. Dagegen konnte sie nicht ankommen und reiste dennoch mutig nach Wien.

Ohne Entertainer Stefan Raab scheint die ARD wie so oft ratlos. Der Vorentscheid ist nach der Farce von 2014 zum müden Wettstreit von Nobodys geworden, die großen Labels schicken längst nicht mehr ihre Zugpferde ins Rennen. Dabei haben Beiträge von Estland oder Belgien bewiesen, dass es auch mit starkem Songwriting und Mut zur Nische geht. In den deutschen Charts ist beides kaum noch zu finden.

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Tamo Schwarz
Sportredaktion

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