4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Thomas Geyer zum Pfandhausprozess

Kommentar Thomas Geyer zum Pfandhausprozess

Zwölf Angeklagte aus Litauen mit 24 Verteidigern, zwei Staatsanwälte, zwei Raubopfer und ihre Anwälte, sechs Dolmetscherinnen und bis zu 50 Sicherheitsbeamte – der am Dienstag in Schleswig beendete Mammutprozess um Raubüberfälle in Kiel, Düsseldorf und München sprengte bei seinem Auftakt im Oktober alle bisher gekannten Dimensionen der hiesigen Justiz.

Nach dem peinlichen Fehlstart wegen einer falschen Schöffenbesetzung darf das Kieler Landgericht das ungewöhnliche Verfahren am Ende doch noch als Erfolg verbuchen.

Allein in der Ballung streitlustiger Rechtsanwälte liegt ein gewaltiges Konfliktpotenzial. Dass die Verteidiger es nicht über Gebühr strapazierten, ist auch der Verbindlichkeit und dem psychologischen Geschick des Vorsitzenden Richters zu verdanken. Sein stetes Bemühen um Fairness nahm manchem Widerstand den Wind aus den Segeln. Am Ende zollten auch die schärfsten Kritiker eines von der Anklage betriebenen „Großverfahrens mit völlig überzogenem Sicherheitsaufwand“ dem Gericht ihren Respekt. Eine Alternative zum Mammutprozess gab es auch gar nicht: Die separate Verhandlung der drei Tatkomplexe hätte wegen personeller Überschneidungen möglicherweise den dreifachen Zeit- und Reiseaufwand erfordert. Jetzt muss das Landgericht nur noch zittern, ob der Bundesgerichtshof das Ergebnis wegen eines zeitweise fehlenden Aushangs im Kieler Gerichtsgebäude zunichtemacht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Pfandhausprozess in Schleswig
Foto: Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen drei Jahren und elf Jahren und elf Monaten gefordert.

Im Pfandleiheprozess sind neun Angeklagte zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Acht Männer wurden wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung oder der Verabredung zum schweren Raub schuldig gesprochen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3