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Thomas Geyer zum Urteil im Haale-Prozess

Kommentar Thomas Geyer zum Urteil im Haale-Prozess

Erleichterung bei den Angehörigen, die den gewaltsamen Tod ihrer Mutter und Großmutter betrauern. Genugtuung bei den zahlreichen Besuchern des Prozesses um den Doppelmord von Haale. Emotionslosigkeit im Gesicht eines versteinert wirkenden Angeklagten, den die Kieler Schwurgerichtskammer soeben zu lebenslanger Haft bei besonderer Schwere der Schuld verurteilt hat.

Dies sind die spürbaren Reaktionen auf das Urteil in einem Mordprozess, der wie kaum ein anderer die Öffentlichkeit in Schleswig-Holstein bewegte.

Lebenslang oder Freispruch? Im Gegensatz zum ähnlich spektakulären Verfahren um den Mord im Rendsburger Finanzamt schien der Ausgang lange offen. Ein Freispruch wäre für Prozessbeobachter allerdings eine Riesenüberraschung gewesen, angesichts einer sich zunehmend schließenden Indizienkette. Bei ihrer Verurteilung stützte sich die Kammer, die mit der Aufrechterhaltung der U-Haft schon vor zehn Tagen eine Tendenz erkennen ließ, auf die akkurate Fleißarbeit der Ermittler.

Jetzt kommt das Kieler Urteil beim Bundesgerichtshof auf den Prüfstand: Die Verteidigung hat – selbstverständlich – Revision eingelegt. Mit der bisweilen anstrengenden Kompromisslosigkeit des Strafverfahrens bekennt sich unsere Gesellschaft zum hohen Wert des menschlichen Lebens. Egal ob es sich bei den Opfern um einen leitenden Finanzbeamten oder um mittellose Pferdefreundinnen handelt, die dem Tankwart vertrauten, hinter dessen freundlicher Fassade der Tod lauerte.

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Lebenslänglich
Foto: Auf diesem Hof in Haale hat sich offenbar der heimtückische Doppelmord abgespielt.

Lebenslange Haftstrafe in einem Indizienprozess: Ein 29-Jähriger ist wegen Mordes an zwei Frauen verurteilt worden. Die Frauen waren in einem Pferdestall im Kreis Rendsburg getötet worden. Das Gericht bescheinigte dem Angeklagten eine „erstaunliche Emotionslosigkeit“.

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