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Thomas Pfeiffer zum DFB-Skandal

Kommentar Thomas Pfeiffer zum DFB-Skandal

Die sich mit jedem Tag verdichtenden Indizien für massive und systematische Korruption und Misswirtschaft in den Fußball-Verbänden Fifa und Uefa sind nichts Geringeres als ein Erdbeben, das seine Zerstörungskraft noch lange nicht voll entfaltet hat.

Noch bevor justiziable Beweise und Zeugenaussagen sämtliche Verfehlungen transparent machen, hat sich das Epizentrum der Erschütterungen gestern von den schweizerischen Verbandszentralen in Zürich (Fifa) und Nyon (Uefa) aus nach Frankfurt am Main ausgeweitet. Dort sitzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der sich im Meer der Skandale stets als Insel der Sauberkeit verkauft hat.

Glaubwürdig war das nie. Seit der WM 1998 in Frankreich stehen sämtliche Turniervergaben unter dringendem Korruptionsverdacht. Warum sollte ausgerechnet unser Sommermärchen von 2006, das sich sechs Jahre zuvor unter dubiosen, bis heute ungeklärten Umständen mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika (den Kandidaten von Fifa-Boss Joseph Blatter) durchsetzte, unschuldig sein? Weil der damalige Bewerbungschef Franz Beckenbauer so ein charmanter Weltmeister ist? Nein, die Fifa und deren Entscheidungsprozesse sind seit Jahrzehnten ein übel riechender Sumpf, und wer dort etwas erreichen wollte, musste eintauchen und mitschwimmen. Die Vorstellung, dass eine Lichtgestalt dank ihres Heiligenscheins Strukturen überwinden konnte, die Züge organisierten Verbrechens tragen, hat mit der Lebenswirklichkeit wenig zu tun.

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Foto: Es gibt Berichte, dass die Fußball-WM 2006 gekauft worden ist.

Für den Zuschlag der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland soll nach einem unbestätigten Bericht des „Spiegels“ Geld aus einer schwarzen Kasse des Bewerbungskomitees geflossen sein. Wie das Nachrichtenmagazin online ohne Nennung von Quellen am Freitag berichtete, sollen vier entscheidende Stimmen aus dem FIFA-Exekutivkomitee gekauft worden sein.

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