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Thomas Pfeiffer zum Rücktritt von Müller-Wohlfahrt

Kommentar Thomas Pfeiffer zum Rücktritt von Müller-Wohlfahrt

Liebe Leser, stellen Sie sich folgende Szene vor: Sie werden als Fußgänger Zeuge einer Kollision zweier Autos, aus denen die beiden Fahrer aussteigen, mit dem Finger auf Sie zeigen und rufen: „Sie sind schuld!“ So ähnlich darf man sich den Vorfall in der FC-Bayern-Kabine vorstellen, als Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt für das 1:3-Debakel beim FC Porto verantwortlich gemacht haben soll.

Ein Dementi blieb aus, die Klubführung gab lieber die drei Affen: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Aber einer muss schuld sein. Denn an Trainer-Guru Pep Guardiola und seiner überirdischen Mannschaft kann es ja nicht liegen.

Die Gemengelage ist aber auch kompliziert. Guardiola und der „Doc“ konnten von Anfang an nicht miteinander. Der Promi-Coach verlangte, dass „MW“ quasi rund um die Uhr auf dem Vereinsgelände zur Verfügung steht. Das lehnte der Promi-Mediziner ab, der die maladen Profis seit Jahrzehnten in seiner City-Praxis empfängt. Brandmeister Matthias Sammer (offizieller, irreführender Titel: Sportdirektor) konnte lange verhindern, dass die Öffentlichkeit von dem schwelenden Konflikt Wind bekommt. Doch als mit den Niederlagen in Wolfsburg, gegen Mönchengladbach und jetzt in Porto böse Ungläubige an der Unfehlbarkeit von Trainer und Team zu zweifeln begannen, war es mit der Herrlichkeit vorbei. Die Vision vom Triple bröckelt. Das zerrt an den Nerven und trübt die Wahrnehmung der Bosse: Nicht groteske Blackouts von gesunden Spielern führten zum Debakel in Portugal, sondern Kunstfehler an unbeteiligten Gehbehinderten. Der FC Hollywood ist wieder da, stärker denn je!

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