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Ulf B. Christen zu Fischfang-Quoten

Kommentar Ulf B. Christen zu Fischfang-Quoten

Für Schleswig-Holstein ist die absehbare Reduzierung der Dorschfang-Quote eine weitere Hiobsbotschaft. Wie die Milchbauern müssen nun auch viele Ostseefischer um ihre Existenz bangen. Den Bauern will der Bund unter die Arme greifen. Bei den Fischern könnte es eine gemeinsame Hilfsaktion aus Berlin und Kiel geben.

Kiel. Die Landwirte und die Fischer sitzen zwar im selben Krisenboot, das aber aus unterschiedlichen Gründen. Die Bauern sind in Not, weil sie sehenden Auges die Milchproduktion gesteigert haben und das weiter tun. Bei den Fischern ist das Problem nur teils hausgemacht. Die Betriebe haben die Ostsee zwar lange überfischt, sich dann aber an die Fangquoten gehalten. Mit einem Kollaps des Dorschbestands war nicht zu rechnen. Im Gegenteil: Die Experten hatten einen Dorsch-Boom erwartet, weil zuletzt sehr viel sauerstoffreiches Nordseewasser in die Ostsee strömte.

Warum dennoch fast der gesamte Dorschnachwuchs 2015 einging, ist ungeklärt. Das letzte Quotenwort ist auch aus einem anderen Grund nicht gesprochen. Die EU-Kommission wird sich erst Ende Juli zu den Quoten äußern, die im Oktober von den Fischereiministern der EU-Länder festgezurrt werden. Es besteht also noch Hoffnung.

 Auf lange Sicht wird es den Fischern aber kaum besser ergehen als den Milchbauern. Mit Staatshilfen ist der Strukturwandel nicht zu stoppen. Über kurz oder lang werden auf den Weiden weniger Kühe grasen und in einigen Häfen die Kutterplätze leer bleiben.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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