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Ulf B. Christen zu Ingbert Liebing

Kommentar Ulf B. Christen zu Ingbert Liebing

Für die Nord-CDU könnte das Ergebnis der Wahlumfrage kaum bitterer sein. Sie sackt in Schleswig-Holstein auf ein Allzeittief ab – und das auch, weil ihr Spitzenkandidat Ingbert Liebing derzeit gegen Ministerpräsident Torsten Albig keinen Stich bekommt.

Die CDU hat damit die Qual der Wahl. Die Christdemokraten könnten entweder mit dem beliebteren Fraktionschef Daniel Günther in die Mai-Wahl 2017 ziehen oder aber weiter hoffen, dass Liebing irgendwie noch in die Puschen kommt.

Auf den ersten Blick spricht alles für die Günther-Variante. Der Nachwuchsstar der Nord-Union kennt sich in der Landespolitik bestens aus. Er ist ein guter Rhetoriker, kann Wahlkampf und könnte die CDU für städtische Wähler attraktiver machen. Das alles ändert allerdings nichts an seinem großen Manko: Er ist zwar der geborene, aber eben nicht der von den CDU-Gremien im Herbst nominierte Spitzenkandidat.

Genau das spricht auf den zweiten Blick für Liebing. Der bisher farblose Bundestagsabgeordnete pocht auf den Gremienbeschluss und sitzt sicher im Sattel, weil jeder Putsch die gebeutelte Nord-CDU zerlegen könnte. Hinzu kommt, dass sich die Wahlumfrage auch anders lesen lässt. Wenn die CDU nur ein bisschen zulegt und am Wahlabend vor der SPD landet, wäre die rot-grün-blaue Mehrheit dahin und Liebing möglicherweise Regierungschef einer Großen Koalition.

 Kurzum: Günther steht für das Prinzip Politik, Liebing für das Prinzip Hoffnung.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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