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Ulf B. Christen zu Ralf Stegner

Kommentar Ulf B. Christen zu Ralf Stegner

Die SPD ist im Kern eine moralische Partei. Das erklärt den wachsenden Frust über Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner. Der Machtmensch hat es wirklich fertig gebracht, die herbe Niederlage bei der Landtagswahl in nicht einmal 40 Stunden in einen halben Sieg umzudeuten und für die SPD einen Regierungsanspruch anzumelden.

Machiavelli hätte das sicherlich beeindruckt, viele Basis-Genossen schütteln nur den Kopf. Natürlich wäre eine Ampel in Schleswig-Holstein wie übrigens auch in NRW rechnerisch möglich. Aber hier wie dort hat die SPD ihren Führungsanspruch vorerst verwirkt.

Für Stegner ist das zweitrangig. Er will und kann sich offenbar nicht vorstellen, dass die CDU in Schleswig-Holstein regiert. Stegner scheut auch deshalb eine ehrliche Analyse der Wahlniederlage. Sie würde nämlich zeigen, dass Ministerpräsident Torsten Albig nicht als alleiniger Sündenbock taugt. Vieles spricht dafür, dass die SPD mit einer falschen Strategie auf Stimmenfang ging. Verantwortlich dafür ist Oberstratege Stegner.

Der SPD-Boss wird in den nächsten Tagen weiter versuchen, Sand ins Getriebe einer Jamaika-Koalition zu streuen. Ehrlicher wäre es, die roten Karten auf den Tisch zu legen, Albig anständig zu verabschieden und die Spekulationen um einen möglichen Nachfolger zu beenden. Sollte Stegner diese Kurve nicht kriegen, könnte aus der kleinen Palastrevolution bei den Sozis ein echter Aufstand gegen den SPD-Alleinunterhalter werden.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Nach Wahlschlappe
Foto: Ministerpräsident Torsten Albig (SPD)verlässt die politische Bühne.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zieht sich aus der Politik zurück. Wie er am Dienstagmittag ankündigte, will er die Konsequenz aus der Niederlage der SPD bei der Landtagswahl am 7. Mai in Schleswig-Holstein ziehen. Stegner schließt derweil eine Große Koalition aus.

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