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Ulf B. Christen zu Waltraud Wende im Streit um die Lehrerausbildung

Kommentar Ulf B. Christen zu Waltraud Wende im Streit um die Lehrerausbildung

Für Bildungsministerin Waltraud Wende wird die Luft dünn. Anders als vor einem Jahr, als Wende mit unglücklichen Formulierungen als „Ministerin der Fettnäpfchen“ Schlagzeilen machte, geht es nicht mehr um den Auftritt der Professorin. Bei der Reform der Lehrerbildung geht es ums Eingemachte und für die Ministerin um ihren Job.

Die Christian-Albrechts-Universität ist der wissenschaftliche Leuchtturm Schleswig-Holsteins. Er wurde von der Politik mehrfach als Steinbruch missbraucht. Grund- und Hauptschullehrer, Realschullehrer und Sonderpädagogen wurden bereits nach Flensburg verlagert. Eine Massenflucht der Gymnasial- und künftigen Sekundarlehrer könnte die CAU nicht verkraften. Die Lehramtsstudiengänge sind das Rückgrat nicht nur der Geisteswissenschaften. Ob Germanistik, Geschichte oder aber auch Mathematik: Mehr als die Hälfte der Studenten sind angehende Lehrer. Wechseln sie nach Flensburg, werden ihre Professoren über kurz oder lang folgen (müssen). Aus der Voll-Uni würde eine Rumpf-Hochschule.

Wende nimmt das in Kauf, um ihre alte Uni trotz rückläufiger Schüler- und damit Lehrerzahlen zu stützen. Die Koalition zieht bisher mit, einerseits aus dem Irrglauben, mit Hochschulen Regionalpolitik machen zu können. Andererseits mit dem Wissen, dass die Low-Cost-Ausbildung in Flensburg praxisnäher und damit schülertauglicher ist als der fachwissenschaftliche Drill in Kiel. Gleichwohl ist es unverantwortlich, eine zweite Lehrer-Uni aufzubauen. Die Strahlkraft Kiels würde abnehmen und Flensburg wird nicht leuchten.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Flensburger Uni-Präsident
Foto: Bildungsministerin Waltraud Wende mit den Rektoren der Kieler und der Flensburger Universität, Gerhard Fouquet (links) und Werner Reinhart.

Um die Neuordnung der Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein gab es zuletzt heftige Diskussionen. Die Universität Kiel sieht sich benachteiligt gegenüber der Uni Flensburg. Deren Präsident sieht die neu zugeteilten Fächer als dringend notwendig für seine Hochschule.

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