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Ulf B. Christen zu den Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt

Kommentar Ulf B. Christen zu den Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt

Der erste Migrationsbericht für Schleswig-Holstein macht Hoffnung. Mehr als jeder fünfte Flüchtling hat eine gute Ausbildung oder sogar einen Hochschulabschluss in der Tasche.

Und wichtiger noch: Viele der restlichen Flüchtlinge haben in ihrer Heimat jahrelang gearbeitet. Sie werden hierzulande nur deshalb als Ungelernte abgestempelt, weil ihre Abschlüsse auf dem deutschen Arbeitsmarkt nichts zählen.

 Die Analyse der Arbeitsagentur widerlegt damit eindeutig die üble Mär, dass es sich bei Flüchtlingen vor allem um Kuhhirten und Analphabeten handelt. Der positive Bericht kann aber zugleich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Integration der vielen Tausend Flüchtlinge kein Zuckerschlecken wird. Das gilt insbesondere für die Migranten selbst. Sie müssen in Berufstests nachweisen, dass sie das Handwerk in Kiel ebenso beherrschen wie in Damaskus. Und sie werden sich in vielen Fällen weiterqualifizieren müssen, weil im Nahen Osten oder in Afrika in der Regel mit weniger Maschineneinsatz und nach anderen Standards gefräst, gekocht oder frisiert wird.

 Die Arbeitsagenturen packen dieses Problem an und sind damit auf dem richtigen Weg. Eine echte Alternative gibt es ohnehin nicht. Viele Flüchtlinge werden in Deutschland bleiben. Wer ihnen die Tür zum Arbeitsmarkt nicht öffnet, zwingt sie in die soziale Hängematte. Das wäre nicht nur nicht nur inhuman und gesellschaftspolitisch schädlich, sondern letztlich auch teurer.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Migrationsbericht
Foto: Tausende Flüchtlinge besuchen derzeit Sprachkurse.

Die Flüchtlinge in Schleswig-Holstein sind besser ausgebildet als angenommen und zudem vergleichsweise jung. Das geht aus dem ersten Landes-Migrationsbericht der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor.

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