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Ulf B. Christen zu den Kurskorrekturen

Kommentar Ulf B. Christen zu den Kurskorrekturen

Die Landtagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. An diesem Wochenende haben sowohl die Grünen als auch die Piraten alte Positionen und Vorsätze über Bord geworfen. Das geschah hier wie dort teils aus Überzeugung, teils aber eben auch in der Hoffnung, vor der Wahl in 16 Monaten offene Flanken zu schließen.

Die Öko-Partei entfernte sich in Kiel in der Flüchtlings- und Sicherheitspolitik ein weiteres Stück von ihren urgrünen Grundsätzen. Die Willkommenspartei möchte den Flüchtlingszustrom reduzieren, die Bürgerrechtspartei den Staat und die Polizei stärken. Damit schwenken die Grünen auf den Kurs ein, den sie in der rot-grün-blauen Landesregierung ohnehin nicht verhindern konnten.

Die Piraten haben das Ruder sogar radikal umgelegt. Ausgerechnet die Freibeuter, denen selbst flache Hierarchien suspekt sind, legen ihre Zukunft in die Hände eines Super-Piraten. Wolfgang Dudda, der neue Parteichef und designierte Spitzenkandidat, sitzt im Landtag und schielt auf den Fraktionsvorsitz. Ob Dudda den Piraten ein Gesicht geben und sie aus der Versenkung holen kann, ist fraglich. Ex-Parteichef Christian Thiessen hofft – kein Witz – auf Island. Begründung: Dort wird 2017 ebenfalls gewählt und in Umfragen liegen die Inselpiraten vorn.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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