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Ulf B. Christen zum Gastschulabkommen

Kommentar Ulf B. Christen zum Gastschulabkommen

Hamburg und Schleswig-Holstein haben mit dem neuen Gastschulabkommen ein Stück aus dem föderalen Tollhaus beendet. Nach mehr als 20 Jahren Kampf und Krampf können Eltern aus Norderstedt, Reinbek und Co. ihre Kinder im nahen Hamburg zur Schule schicken.

Die Zeiten des Tricksens, Täuschens und Tarnens bis hin zum fiktiven Umzug des Kindes zu einer Tante nach Hamburg sind 2017 vorbei. Das war überfällig.

Die Hauptschuld für die Hängepartie trägt Hamburg. Die Metropole hatte die Schotten für Umlandschüler seit Mitte der 90er Jahre immer weiter geschlossen und Schleswig-Holstein satte Rechnungen für Gastpennäler serviert. So geht man nicht mit Nachbarn um. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Kiel sich über Jahre einen schlanken Fuß machte. Schulen kosten Geld, und natürlich muss das Land dafür aufkommen, wenn die Kinder beim Nachbarn büffeln.

Dieser norddeutsche Stadt-Umland-Krach ist jetzt zu einem Preis beigelegt, mit dem beide Länder leben können. Schleswig-Holstein zahlt kaum mehr als bisher. Auch Hamburg darf zufrieden sein. Die Metropole kassiert dreimal so viel wie vor 20 Jahren.

So oder so – der Bildungsdeal sollte Schule machen. Auch in der Wirtschaftspolitik müssen Hamburg und Schleswig-Holstein zusammenrücken. Die Länder sitzen ohnehin und im wahrsten Sinne des Wortes in einem Boot. Sie müssen zusammen die Flotte ihrer HSH Nordbank zu Geld machen oder werden gemeinsam Schiffbruch erleiden.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Soll ein Kind aus dem Süden Schleswig-Holsteins oder dem Norden Hamburgs dies- oder jenseits der Landesgrenzen in die Schule gehen?

Hamburg und Schleswig-Holstein haben einen ihrer größten Konflikte beigelegt. Nach einem neuen Gastschulabkommen sollen Eltern ab 2017 nahezu frei entscheiden können, ob sie ihre Kinder dies- oder jenseits der Landesgrenze in die Schule schicken.

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