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Ulf B. Christen zum Kompromiss bei den Muscheln

Kommentar Ulf B. Christen zum Kompromiss bei den Muscheln

Umweltminister Robert Habeck hat eine besondere Gabe. Der Grüne kann hoffnungslos verhärtete Fronten aufbrechen und nicht für möglich gehaltene Kompromisse schmieden. Das hat Habeck im Krach um den Schutz der Schweinswale in der Ostsee bewiesen. Das ist dem Philosophen wenn auch mit Nachhilfe der Justiz im erbitterten Streit um den Schutz der Knicks gelungen.

Sein bisheriges Meisterwerk aber ist der Frieden im Muschelkrieg, den Naturnutzer und Naturschützer seit mehr als 30 Jahren geführt haben. Die Muschelfischer wehrten sich mit Händen und Füßen gegen jede Öko-Auflage aus Kiel und hätten den Nationalpark Wattenmeer am liebsten ganz geschleift. Die Naturschützer wehrten sich mit Händen und Füßen gegen fast jede Form der Naturnutzung und hätten die Muschelfischer am liebsten hochkant vor die Tür des Nationalparks gesetzt.

Angesichts der alten Kampflieder, die in beiden Lagern immer noch nicht verklungen sind, ist dem Umweltminister mit dem Kompromiss ein kleines Wunder gelungen. Zufall ist das nicht. Der Obergrüne ist erfrischend unideologisch, erfreulich pragmatisch und politisch so klug, dass er die Muschelvereinbarung für eine Laufzeit von gleich 15 Jahren abgeschlossen hat. Es bleibt jetzt zu hoffen, dass beide Lager ihr Kriegsbeil wirklich begraben und den Weg endlich frei machen für eine naturverträgliche Muschelfischerei im Nationalpark Wattenmeer.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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