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Ulf B. Christen zum Staatsvertrag mit Muslimen

Kommentar Ulf B. Christen zum Staatsvertrag mit Muslimen

Torsten Albig ist ein begnadeter Sonntagsredner. Der Ministerpräsident wirbt zwar zu Recht für eine Integration der meist muslimischen Flüchtlinge, zögert aber beim Abschluss eines Islam-Staatsvertrags. Ein solcher Vertrag ist dringend nötig, um die Rechte und Pflichten der mehr als 85000 alten und neuen Muslime in Schleswig-Holstein festzuhalten.

Kiel. Es geht dabei um nicht mehr oder weniger als um die Spielregeln für eine multireligiöse Gesellschaft. Sie ist längst Realität. Der Islam gehört zu Schleswig-Holstein, das Christen- und Judentum tun es ohnehin.

 Was also fürchtet Albig, wenn er den Muslimen einen Vertrag verweigert, den Protestanten (seit 1957), Juden (seit 2005) und Katholiken (seit 2009) längst in der Tasche haben? Die Antwort ist so einfach wie bitter. Albig & Co scheuen knapp ein Jahr vor der Landtagswahl in der von Rechtspopulisten aufgeheizten Stimmung eine Debatte über den Islam. Also einen öffentlichen Diskurs darüber, wie man Muslime etwa zur Gleichberechtigung der Frau verpflichten kann. Aber eben insbesondere darüber, ob Muslime einen Anspruch auf eine Moschee mit Minarett und Muezzin, auf Gebetsräume in Schulen oder aber auf eine islam-konforme Schlachtung etwa von Schafen haben.

 Diese und viele weitere Punkte müssen geklärt werden. Andernfalls wird es in einer demokratischen Gesellschaft keine Integration geben. Albig sollte also nicht nur klug reden, sondern auch mutig handeln.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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