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Ulf B. Christen zur Drogenstudie

Kommentar Ulf B. Christen zur Drogenstudie

Die Landesstelle für Suchtgefahren hat den Finger in die Wunde gelegt. Ihre Studie belegt leider eindrucksvoll, dass viele Kinder und Jugendliche früh und häufig zur Flasche greifen, Wasserpfeife oder gleich Haschisch rauchen. Diese und andere Drogen gehören für viele Schüler offenbar zum festen Bestandteil ihres Alltags. Das ist eine bittere Diagnose. Sie darf nicht folgenlos bleiben.

Gefordert ist in erster Linie der Staat – und das auf allen Ebenen. Der Bund muss schneller und beherzter auf neue Drogen-Trends reagieren und zum Beispiel den Vormarsch der E-Zigaretten konsequent stoppen. Die Städte und Gemeinden sollten das Ordnungsrecht ausschöpfen und zum Beispiel Shisha-Bars strenger kontrollieren.

Mit Repression allein lässt sich das Drogenproblem aber nicht lösen. Ebenso wichtig ist die Prävention, also die Aufklärung der Schüler. Hier muss das Land nachlegen, und zwar auch Geld, zum Beispiel für eine Schulkampagne, in der über gefährliche Wirkstoffe in Wasserpfeifen informiert wird. Nötig ist das, weil einige Jugendliche trotz 24-Stunden-Internetzugang immer noch nicht wissen, dass Shishas mehr Schaden anrichten können als Zigaretten.

Apropos Internet: Gefordert sind auch die Eltern. Sie dürfen ihre Verantwortung nicht auf den Staat abschieben. Laut der Studie ist mehr als jeder zehnte Schüler internetsüchtig. Hier müssen Eltern, auch wenn es schwer fällt, notfalls den Stecker ziehen oder das Smartphone zeitweise einkassieren.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Drogenstudie
Foto: Fast jeder zweite Schüler im Land war schon im Vollrausch.

Viele Schüler in Schleswig-Holstein haben ein ernsthaftes Alkoholproblem. Nach einer Studie der Landesstelle für Suchtfragen hat fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen (ab zwölf Jahre) schon mindestens einen Vollrausch erlebt, darunter immer mehr junge Mädchen. Zum Schüleralltag gehört auch die Shisha (Wasserpfeife). Die Landesstelle fordert nun strenge Kontrollen der Shisha-Bars.

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