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Ulf B. Christen zur Klage gegen die Fehmarnbeltquerung

Kommentar Ulf B. Christen zur Klage gegen die Fehmarnbeltquerung

Dänemark steht zum Fehmarnbelttunnel wie die sprichwörtlich deutsche Eiche. Daran wird auch die Klage der Reederei Scandlines nichts ändern. Das Unternehmen hatte bereits bei der Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö eine unzulässige Beihilfe gewittert, gegen die EU-Kommission geklagt und den Prozess verloren.

Bis auf Weiteres spricht nichts dafür, dass es bei der festen Querung des Fehmarnbelts anders laufen könnte.

Scandlines geht es um den eigenen Profit. Das ist legitim. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass die Reederei derzeit ein Fährmonopol auf der Vogelfluglinie hat und sich das Übersetzen von Fehmarn nach Lolland fürstlich bezahlen lässt. Im Landeshaus wird dazu folgende Rechnung aufgemacht: Die Reise über den Fehmarnbelt kostet den Bürger (Barzahler mit Pkw) derzeit bis zu 94 Euro, die Reise über den Öresund 47 und die über die innerdänische Große Beltquerung nur 33 Euro. Die Vogelflugfähren sind für Scandlines eine Goldgrube. Oder andersherum: Für den Bürger könnte sich ein Belttunnel auszahlen.

Ob das Jahrhundertprojekt kommt, ist gleichwohl offen. Die Baupläne, die in Dänemark beschlossen sind, werden in Deutschland absehbar noch vom Bundesverwaltungsgericht geprüft werden. Das dürfte Jahre dauern und es könnte schiefgehen, weil die deutschen Öko-Verbände juristisch gut beraten sind. Die Dänen sollten also nicht nur geduldig, sondern notfalls auch tapfer sein.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Fehmarnbelt
Foto: Scandlines kündigte eine Klage gegen die Fehmarnbelt-Querung an.

Der Kampf um den geplanten Fehmarnbelttunnel wird härter. Die Reederei Scandlines, deren Fähren zwischen Fehmarn und Lolland pendeln, kündigte eine Klage gegen das Jahrhundertprojekt vor dem Europäischen Gerichtshof an.

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