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Ulf B. Christen zur Kontrolle des Atommülls

Kommentar Ulf B. Christen zur Kontrolle des Atommülls

In der Atompolitik lässt Umweltminister Robert Habeck nichts anbrennen. Die von ihm angekündigten schärferen Kontrollen des Nuklearmülls sind richtig und mit Blick auf die vielen Rostfässer im Meiler Brunsbüttel auch dringend nötig. Bislang wird die Entsorgung des Altfetts von Pommesbuden manchmal strenger überwacht als die Zwischenlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen.

Der Rost-Skandal im ältesten Meiler Schleswig-Holsteins ist allerdings nicht nur eine Folge von Kontrolldefiziten. Die Atombranche, ihre Aufsicht und auch viele Politiker haben über Jahrzehnte die Gefahren der Kernenergie unterschätzt. Der Atommüll wurde ohne eine verantwortliche Folgenabschätzung dort eingelagert, wo es gerade möglich war.

Auch für diesen pragmatischen Umgang mit hochriskanten Abfällen ist Brunsbüttel ein Lehrstück. Nach dem Reaktorstart 1976 wurde der schwach- und mittelradioaktive Müll solange in der Schachtanlage Asse verklappt, bis das dafür ungeeignete Bergwerk dichtmachte. Danach wurden die Fässer einfach im Keller des Kraftwerks abgestellt, immer in der Hoffnung, dass der Schacht Konrad als Endlager bald öffnet.

Beschämend ist nicht nur die atomare Vergangenheit, sondern auch ihre Zukunft. Ob der Schacht Konrad wirklich 2022 öffnet, ist ebenso offen wie die Frage, wann es ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gibt. Genau deshalb ist es wichtig, dass Habeck um eine sicherere Zwischenlagerung sorgt. Sie könnte noch Jahrzehnte nötig sein.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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