16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Ulf B. Christen zur Rückgabe der Fracking-Lizenzen

Kommentar Ulf B. Christen zur Rückgabe der Fracking-Lizenzen

Die Pläne für den Wiedereinsteig in die Öl- und Gasförderung in Schleswig-Holstein sind so gut wie vom Tisch. Nach dem Rückzug des Konzerns PRD Energy dürfte auch der Branchenführer DEA das Handtuch werfen. Aufgrund des niedrigen Ölpreises und des hohen Landesförderzinses fürchten die Unternehmen zu Recht, dass ihnen das schwarze Gold aus Schleswig-Holstein derzeit nur rote Zahlen bringt.

Die absehbare Kapitulation der Konzerne verschafft der Politik in Schleswig-Holstein allerdings nur eine Atempause. Bei steigenden Ölpreisen, ausgelöst etwa durch eine Krise in einem arabischen Hauptlieferland, droht eine neue Flut von Förder- und Suchanträgen. Deshalb sollte Schleswig-Holstein jetzt einige Nägel mit Köpfen machen.

Erstens: Am besten wäre ein Länder-Vetorecht gegen neue Bohrtürme. In diesem Fall hätte der Landtag das letzte Wort darüber, ob in Schleswig-Holstein auch noch der letzte Tropfen Öl aus dem Boden geholt werden soll. Ob der Bund solche Länder-Ego-Trips zulässt, ist allerdings fraglich. Um so wichtiger ist es zweitens, in Berlin zumindest ein Fracking-Verbot durchzusetzen. Umweltminister Habeck ist hier auf dem richtigen Weg, aber längst noch nicht am Ziel.

So oder so bleibt Schleswig-Holstein das Texas Deutschland. Das größte Ölfeld der Republik ist die Mittelplate in der Meldorfer Bucht. Die DEA-Lizenz für das Mega-Feld im Wattenmeer läuft noch bis 2041

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

Mehr zum Artikel
Fracking-Gefahr gebannt
Foto: Erklärter Fracking-Gegner: Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck.

Gute Nachrichten für Fracking-Gegner in Schleswig-Holstein: Die Öl- und Gasfirmen haben bereits knapp die Hälfte der Förder- und Suchlizenzen zurückgegeben. Und der Konzern DEA, der fast alle anderen Lizenzen hält, prüft nach Informationen dieser Zeitung ebenfalls, die Förderpläne aus wirtschaftlichen Gründen zu den Akten zu legen. Betroffen sind auch mehrere Altfelder im Kieler Umland.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3