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Ulf B. Christen zur Untersuchung am UKSH

Kommentar Ulf B. Christen zur Untersuchung am UKSH

Das Uni-Klinikum Schleswig-Holstein ist leider kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren sind in Deutschland viele Krankenhäuser und darunter auch Uni-Kliniken in den Verdacht geraten, mit überhöhten Abrechnungen die Krankenkassen und damit letztlich alle Bürger abzukassieren.

Dieser traurige Trend zeigt zweierlei. Erstens: Das weltweit hoch gelobte Gesundheitssystem in Deutschland ist so komplex, dass Fehlabrechnungen an der Tagesordnung sind. Nach einer Schätzung der Kassen ist rund die Hälfte aller Rechnungen falsch. Die Kliniken selbst gehen davon aus, dass vielleicht fünf Prozent nicht ganz korrekt sein könnten. Dabei handelt es sich meist um fahrlässige Fehlabrechnungen. Das heißt, die Klinik hat sich im Wildwuchs des Honorarsystems schlicht vertan.

Zweitens: Das Abrechnungschaos ist zugleich ein Nährboden für Mediziner, die sich mit bewusst überhöhten Rechnungen bereichern wollen. Solche Fälle sind selten, kommen aber vor.

Die Staatsanwaltschaft Kiel ist nicht zu beneiden. Sie muss sich jetzt durch den Dschungel der Gesundheitsparagrafen wühlen und am Ende klären, ob die UKSH-Ärzte Rechnungen versehentlich falsch ausgestellt oder sie vorsätzlich frisiert haben. Bis dahin gilt auch für Halbgötter in Weiß die Unschuldsvermutung.

Unabhängig davon ist an einer Diagnose nicht zu rütteln: Das Abrechnungssystem im Gesundheitswesen ist schlichtweg krank.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Vorwurf Abrechnungsbetrug
Foto: Wurde hier mit unlauteren Mitteln abkassiert? Das UKSH in Kiel.

Ärzte des Uni-Klinikums Schleswig-Holstein haben möglicherweise mit überhöhten Rechnungen abkassiert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kiel sichteten Ermittler am Mittwoch im UKSH in Kiel und Lübeck zahlreiche Unterlagen. Anlass sei eine Anzeige der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH).

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