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Ulrich Metschies zu Griechenland

Kommentar Ulrich Metschies zu Griechenland

Letzter Akt war schon oft in dieser Tragödie, ohne dass am Ende der Vorhang wirklich fiel. Doch nun ist es vorbei, das Bluffen und Jonglieren, das Tricksen und Taktieren vor einer Weltöffentlichkeit, die sich nach sechs Jahren Griechenland-Krise nur noch eines wünscht: ein Ende. Und wenn es eins mit Schrecken wird, dann ist das allemal besser als diese lähmende Hängepartie.

Lange, viel zu lange hat die Regierung in Athen Geduld und Nerven der internationalen Geldgeber strapazieren dürfen. Mit Reformlisten, die erst nicht kamen, und „die Institutionen“ dann mit nassforscher Unverbindlichkeit vor den Kopf stießen. Mit provozierendem Tsipras-Lächeln und peinlichen Varoufakis-Belehrungen. Und mit der arroganten Attitüde, das eigene Volk gegen die Gefühlskälte der Geldgeber verteidigen zu müssen.

Auch Griechenland-freundliche Politiker und Ökonomen sind längst zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Grexit inzwischen für Europa und die Griechen selbst besser zu verkraften ist als der Fortgang einer Hängepartie, die die Märkte lähmt, Investoren abschreckt und den Bürgern hier und in Hellas gleichermaßen unwürdig ist.

Es geht nicht nur ums Sparen. Griechenland kann längst nicht mehr aus eigener Kraft genesen. Ein weiterer Schuldenschnitt ist unvermeidbar. Doch den wird Athen nur bekommen, wenn sich die Links-Rechts-Regierung nicht länger gegen echte Reformen sperrt, um die eigene Macht zu erhalten.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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