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Ulrich Metschies zu den Großprojekten

Kommentar Ulrich Metschies zu den Großprojekten

Hätte unser Planungsrecht damals gegolten und hätten personell ausgedörrte Behörden ihre Finger im Spiel gehabt – die Pyramiden von Gizeh wären nie gebaut worden. Auch nicht der Tempel der Artemis in Ephesos. Aber es muss ja nicht gleich ein Weltwunder sein.

Ginge es heute darum, quer durch Schleswig-Holstein eine künstliche Wasserstraße zu graben, dann würden wohl erst unser Urenkel deren Einweihung feiern.

Nein, die zügige Planung und Errichtung großer Infrastrukturprojekte gehört ebenso wenig zur Kernkompetenz Deutschlands wie deren Instandhaltung und Modernisierung. Anders als früher ist heute nicht mehr die Finanzierung der Engpass, sondern Fachpersonal. Allein in der Bundeswasserstraßenverwaltung fehlen 500 Spezialisten. Kein Wunder also, dass die Planung hakt und Ausschreibungsunterlagen für den dringend nötigen Kanalausbau nicht rechtzeitig fertig werden. Beim Land sieht es nicht besser aus – die Serie von Pleiten, Pech und Pannen beim Projekt A20 spricht Bände.

Und so hat Verkehrsminister Reinhard Meyer natürlich recht, wenn er den personellen Aderlass beim Landesbetrieb Straßenbau stoppen will. Dort zu kürzen und gleichzeitig teure Impulsprogramme für Brücken und Straßen auf den Weg zu bringen, das passt nicht zusammen. Das Dumme ist nur: Die Ingenieure, die das Land einstellen möchte, fühlen sich in der freien Wirtschaft finanziell weitaus wohler.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Der Ausbau der Küstenautobahn A20 stockt. Die Planung des unumgänglichen Neubaus der Rader-Hochbrücke ist in Verzug. Wie können wichtige Planungsabläufe bei milliardenschweren Projekten im Bereich der Verkehrsinfrastruktur gestraft werden? Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) setzt sich für eine „Entrümpelung“ der Planungsprozesse ein.

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