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Ulrich Metschies zum Fehmarnbelt-Projekt

Kommentar Ulrich Metschies zum Fehmarnbelt-Projekt

Baubeginn 2016, freie Fahrt acht Jahre später. So sieht der Zeitplan für das Jahrhundertprojekt Belt-Tunnel bislang aus. Doch gestern hat der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt der deutschen Seite im Allgemeinen und seinem Kieler Amtskollegen Reinhard Meyer im Besonderen so kräftig öffentlich vors Schienbein getreten, dass ganz unmissverständlich wird: Die Dänen haben auf unsere Schnarchnasigkeit bei der Umsetzung bedeutender Infrastrukturprojekte keine Lust mehr.

Während das kleine Königreich im Vertrauen auf deutsche Vertragstreue bereits Milliarden in neue Schienenwege investiert und in Rödby schon den Bau einer gigantischen Röhrenfabrik vorbereitet, verzögern sich Planfeststellung und Umweltverträglichkeitsprüfung auf deutscher Seite von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr. Die alte Regierung in Kopenhagen konnte sich noch maximal mögliches Verständnis abringen für die perfektionistische Behäbigkeit des deutschen Planungsapparates und die große Rücksicht auf Anwohnerproteste in Ostholstein. Die neue Regierung macht Schluss mit dem Kuschelkurs. Schmidts Botschaft: „Solange Ihr nicht in die Puschen kommt, fangen wir nicht an zu buddeln.“ Auch wenn da viel taktisches Getöse mitschwingt: Der Zeitplan für den Tunnel – er wackelt.

Am 20. August wollen Meyer und Schmidt über den Stand des Projektes beraten. Spätestens dann sollte die Landesregierung mehr präsentieren können als warme Worte.

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Ulrich Metschies
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