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Ulrich Metschies zum HSH-Schrott

Kommentar Ulrich Metschies zum HSH-Schrott

Wenn es um so viele Milliarden geht und um ein unerfreuliches Dauerthema, bei dem kaum noch jemand durchblickt, dann muss auch mal ein märchenhafter Vergleich erlaubt sein, um die jüngste Wendung im Drama um die HSH Nordbank anschaulich zu machen.

Denn ein bisschen ist diese Bank wie der Apfel, mit dem die garstige Königin das schöne Schneewittchen um die Ecke bringen will. Dieser Apfel hat eine rote Hälfte, die bekanntlich vergiftet ist. Auch die Nordbank hat – neben ihrer gesunden Hälfte – einen Teil mit toxischem Inhalt in Gestalt notleidender Kredite. Doch mit eben jener Hälfte, „Abbaubank“ genannt, geschieht derzeit ein gar wundersamer Wandel: Der von der HSH-Führung mit Hochdruck vorangetriebene Abbau giftiger Inhalte geht deutlich schneller voran als erwartet.

Damit steigen die Chancen, dass der von der EU verordnete Verkaufsprozess im Sinne der Länder erfolgreich über die Bühne geht, ohne den sowieso schon gebeutelten Steuerzahlern weitere Kosten aufzubürden. Um bei Schneewittchen zu bleiben: Der gesunde Teil des HSH-Apfels wird schöner und größer, der giftige Teil schrumpft zusammen – vielleicht so stark, dass sich ein Käufer findet, der den ganzen Apfel kauft, die toxischen Stellen an einen Giftexperten veräußert und den gesunden Teil genießt bis an sein Lebensende.

Leider ist diese Geschichte kein Märchen, sondern Realität. Und in der ist ein Happyend einschließlich Traumhochzeit bekanntlich nicht so sicher.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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