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Ulrich Metschies zum HSH-Skandal

Kommentar Ulrich Metschies zum HSH-Skandal

Constantin von Oesterreich ist kein begnadeter Redner, er ist nicht sehr telegen und agiert in der Öffentlichkeit ein wenig tapsig. Doch der Risiko-Spezialist, der die schwankende HSH Nordbank durch Stresstest und EU-Verfahren manövriert hat, ist das, worauf es in diesem Job ankommt: ein guter Banker.

Die Entscheidung des 62-Jährigen, vor Ablauf seines Vertrages im Herbst 2017 den Posten als Vorstandsvorsitzender an Finanzchef Stefan Ermisch abzugeben, ist dennoch weise.

Komplett abstrus und dem Steuerzahler nicht vermittelbar ist es jedoch, wenn von Oesterreich nicht nur auf eigenen Wunsch ausscheidet, sondern auch noch für anderthalb Jahre Nichtarbeit Geld bekommen sollte. Und das von einer Bank, zu deren Rettung der Landtag vor kurzem erst Kredite in Milliardenhöhe locker gemacht hat.

Noch sei nichts unterschrieben, und eine konkrete Forderung stehe überhaupt nicht im Raum, ist aus Aufsichtsratskreisen zu hören. Allerdings: Auch die Länder haben ein Interesse daran, jetzt schon den Wechsel einzuleiten. Denn andernfalls müsste die Bank mitten im angestrebten Verkaufsprozess ihre Spitze austauschen, und das wäre gar nicht hilfreich.

Wäre von Oesterreich maximal egoistisch, könnte er die Sache auch aussitzen. Spätestens dann wäre ein goldener Handschlag unvermeidlich. Verglichen mit den Millionen für Ex-Chef Nonnenmacher dürfte der vergleichsweise günstig ausfallen. Ziemlich schmierig bleibt die Sache allemal.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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