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Ulrich Metschies zum HSH-Deal

Kommentar Ulrich Metschies zum HSH-Deal

Sie können Ihren Kredit nicht mehr bedienen? Kein Problem: Setzen Sie sich bei einem Käffchen mit Ihrem Bankberater zusammen, schildern Sie ihm selbstbewusst den Ernst der Lage, und Sie werden sehen: Das Institut wird auf einige Zehntausender verzichten.

So viel Sarkasmus muss sein, um grob zu schildern, was zwischen der HSH Nordbank und ihrem Großkunden Norddeutsche Reederei H. Schuldt vereinbart wurde – nur dass die Dimensionen sich jenseits eines 08/15-Darlehens bewegen. Und es gibt noch einen Unterschied: Hinter Otto-Normal-Schuldner steht kein reicher Onkel, den die Bank zur Kasse bitten könnte.

Hinter besagter Reederei jedoch steht mit Bernd Kortüm ein Hamburger Kaufmann, der sich im Schifffahrtsgeschäft zwar eine blutige Nase holte, mit Immobilien jedoch glänzend verdient. Auch wenn die Bank nicht Kortüm persönlich 547 Millionen Euro erlassen hat, sondern dessen Reederei, stellen sich Fragen, auf deren Beantwortung Parlament und Steuerzahler einen Anspruch haben: Warum hat die Bank auf so viel Geld verzichtet – kurz bevor sie einen Riesenbrocken an Problemkrediten auf den Schultern der Länder abladen durfte? Hat Kortüm zur Rettung seines Unternehmens einen angemessenen Beitrag geleistet? Trifft es zu, was in der Branche gemunkelt wird: dass der begeisterte Hochseesegler sich jüngst eine neue Jacht gegönnt hat?

Am übelsten jedoch ist die Vorstellung, Hamburger Filz könnte einem Millionär zu einem super Deal verholfen haben.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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HSH Nordbank
Foto: Der Unternehmer Bernd Kortüm steht hinter der Reederei H. Schuldt.

In die Debatte um den Schuldenerlass der HSH Nordbank gegenüber einem einzigen Großkunden kommt Bewegung. Nach Informationen der Kieler Nachrichten handelt es sich bei dem Nutznießer des Forderungsverzichts von mehr als einer halben Milliarde Euro um die Norddeutsche Reederei H. Schuldt aus Hamburg.

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