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Ulrich Metschies zum Umsatzeinbruch der Industrie

Kommentar Ulrich Metschies zum Umsatzeinbruch der Industrie

Wer die Konjunkturumfragen des vergangenen Jahres Revue passieren lässt und sich dann die Endabrechnung der Statistiker für 2015 ansieht, der muss sich die Augen reiben. Wie können Unternehmen Quartal für Quartal von einer guten Lage berichten, während die Umsätze der Industrie zeitgleich in den Keller rauschen?

Auf diese Frage gibt es viele Antworten, nur glücklich machen sie alle nicht. Ja, für den Umsatzeinbruch sind auch Sonderfaktoren verantwortlich, die über die wahre Verfassung einer mittelständisch geprägten Unternehmenslandschaft im Verarbeitenden Gewerbe wenig aussagen. Ja, es stimmt: Wenn TKMS in Kiel ein U-Boot abliefert, dann ist das ein Kick für die Statistik eines Bundeslandes, das mit Großindustrie wahrlich nicht protzen kann. Und ja, es stimmt auch, dass dem Norden eine Grippe droht, wenn ein Industrie-Schwergewichte Kopfschmerzen bekommt.

Dennoch wäre es grob fahrlässig, den Einbruch als Konsequenz von Sonderfaktoren abzutun, auf die die Wirtschaftspolitik einer Landesregierung ja sowieso keinen Einfluss hat. Schleswig-Holstein ist kein Industrieland, das will es und das wird es auch niemals sein. Doch auch bei uns sichert die Industrie Jobs in vielen anderen Branchen. Wir müssen sie deswegen nicht lieben. Aber wir sollten pfleglicher mit ihr umgehen, als wir es heute noch tun. Ein „Bündnis für Industrie“ ist ein guter Weg – wenn es sich nicht in schönen Worten erschöpft.

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Ulrich Metschies
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