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Ulrich Metschies zum schnellen Internet

Kommentar Ulrich Metschies zum schnellen Internet

Ein starkes Breitbandnetz ist als Standortfaktor so wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung. Mehr noch: Im Zeichen von E-Gouvernment, E-Learning und vielen anderen Formen digitaler Teilhabe rückt der Zugang zu schnellem Internet in den Rang öffentlicher Daseinsvorsorge.

Obwohl diese Erkenntnis in der Politik längst angekommen ist, sieht die Realität in Deutschland anders aus. Statt auf einer gut ausgebauten Datenautobahn unterwegs zu sein, holpern noch Millionen Haushalte und Unternehmen auf digitalen Trampelpfaden durchs Netz. Spätestens mittelfristig ist das ein echtes Problem für den Standort Deutschland. Denn die Datenmengen steigen rasant: mehr Geräte, mehr Videostreams, Fernsehen übers Internet – und immer mehr Unternehmen setzen auf webbasierte Dienste wie Cloud-Computing, Videokonferenzen oder Fernwartung.

Wer die Chancen verpasst, die die neuen Trends bieten, der verliert schnell den Anschluss. Vor allem zwischen Stadt und Land droht die digitale Spaltung. Abgelegene Regionen können nur aufholen, wenn sie Firmen und Neubürgern schnelles Internet bieten. Tun sie es nicht, folgt die Verödung.

Mit ihrer Glasfaserstrategie fährt die Landesregierung in Kiel durchaus auf dem richtigen Kurs. Statt immer neuen Geschwindigkeitszielen hinterherzuhecheln, setzt Schleswig-Holstein auf die einzig zukunftssichere Breitband-Technologie. VDSL oder Vectoring mögen als Überbrückungstechnologien sinnvoll sein. Doch an diesem Punkt steckt der Breitband-Ausbau in einem Dilemma. Je mehr es gelingt, die physikalischen Grenzen der Kupferleitungen auszureizen, desto später kommt Glasfaser.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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