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Ulrich Metschies zur HSH

Kommentar Ulrich Metschies zur HSH

Wieder könnte zumindest indirekt ein Reeder, dem man persönliche Armut nicht gerade nachsagen kann, von einem Schuldenerlass der HSH Nordbank profitieren. Bertram Rickmers ist nicht Bernd Kortüm, und diesmal geht es auch nicht um eine halbe Milliarde, sondern um erheblich weniger.

Doch der Vorgang an sich ist maximal unerfreulich: Man muss einer Bank nur genug schulden, dann lässt sie einen nicht so schnell pleitegehen wie Otto Hypothekenschuldner. So zumindest kommt das Schuldengeschachere in der Öffentlichkeit an.

Tatsache ist aber auch, dass es zum Ringen um einen Schuldenschnitt für den Rickmers Maritime Trust keine wirtschaftlich vernünftige Alternative gibt. Die börsennotierte Gesellschaft aus Singapur steht vor dem sicheren Aus, wenn es nicht zu handfesten Erleichterungen kommt. Zu denen ist die HSH Nordbank offenbar bereit – allerdings nur, wenn die Bedingungen stimmen: Auch andere Gläubiger müssen ihren Beitrag leisten, auf Forderungen verzichten und Kapital nachschießen.

Für das Institut und die Länder als Eigentümer ist eine politische Debatte über dieses Thema zum jetzigen Zeitpunkt extrem ärgerlich, schließlich startet in Kürze die heiße Phase des HSH-Verkaufsprozesses. Doch Transparenz ist nicht das Übel. Übel ist, was zu diesem Dilemma geführt hat. Und das war nicht die Schifffahrtskrise allein, sondern auch die Profitgier von Bankern und Reedern.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Rickmers Maritime Trust
Foto: Bertram Rickmers, Eigentümer Rickmers-Gruppe.

Erneut Schuldzuweisungen zwischen Regierung und Opposition – wie immer, wenn es um die HSH Nordbank geht. Das staatlich gestützte Institut verhandelt mit der in Singapur ansässigen Reederei Rickmers Maritime Trust (RMT) um die Rückzahlung von Krediten in dreistelliger Millionenhöhe.

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