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Ulrich Metschies zur Wehrtechnik

Kommentar Ulrich Metschies zur Wehrtechnik

So verlässlich Bauern über schlechte Preise schimpfen, so beständig klagen heimische Rüstungsfirmen über Widerstände im Exportgeschäft. Aber wird die Welt nicht besser mit jeder Waffe, die nicht gebaut wird? Wenn es so einfach wäre. Denn für jede Waffe, die in Deutschland nicht gebaut wird, gibt es im Ausland vielfältigen Ersatz.

Für Kiel schmerzhaft haben das gerade die Franzosen bewiesen, deren Staatswerft DCNS den U-Boot-Bauern von TKMS in Australien einen Zig-Milliarden-Auftrag weggeschnappt hat.

Doch das „Wenn-wir’s-nicht-machen-machen’s-die-Anderen“-Argument reicht nicht, um mehr Fairness, mehr Berechenbarkeit und mehr politischen Rückhalt für die heimische Wehrtechnik zu fordern. Auch der Hinweis auf fast 16000 Arbeitsplätze, die im Norden an der Wehrtechnik hängen, rechtfertigt keine laxe Exportkontrolle. Der Punkt ist: Vom Heimatmarkt kann die Branche nicht leben. Noch ist Deutschland einer der größten Rüstungsexporteure weltweit. Doch zähe Genehmigungen machen deutsche Anbieter als Partner im Exportgeschäft zunehmend unbeliebt. „Made in Germany“ ist zum Risiko geworden, „german-free“ garantiert problemlose Geschäfte.

Waffenexporte ohne Rücksicht auf Menschenrechte darf es nicht geben. Doch solange Deutschland diesen Anspruch allein hochhält, gehen uns Wertschöpfung und Unabhängigkeit verloren. Einheitliche europäische Standards sind überfällig. Die hat auch eine Branche verdient, die niemand wirklich lieb hat.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Für viele Wehrtechnik-Unternehmen im Land sieht es gar nicht gut aus. Vor allem mittelständische Zulieferer der großen Systemhäuser wie Rheinmetall, TKMS oder Airbus sehen sich in die Zange genommen von schrumpfenden Bundeswehr-Aufträgen und unkalkulierbaren Genehmigungsverfahren im Exportgeschäft.

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