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Uta Wilke zur Kampagne "Der echte Norden" - Pro

Kommentar Uta Wilke zur Kampagne "Der echte Norden" - Pro

Zwei Jahre nach ihrem Start wird immer noch über Sinn oder Unsinn der Standort-Dachmarke „Der echte Norden“ diskutiert. Das allein zeigt, dass der Slogan so schlecht nicht sein kann. Denn ein entscheidendes Ziel der Werbestrategen wurde schon erreicht: erhöhte Aufmerksamkeit für Schleswig-Holstein.

Langeweile ist in der Werbung eine schlimme Verfehlung. Ein bisschen Provokation und Spaß hingegen dürfen sein, wenn es um die Vermarktung des eigenen Standortes in einem zum Teil harten Konkurrenzkampf um Unternehmen und Köpfe geht. Der Spruch weckt Neugier auf ein Bundesland, das für sich eine Sonderstellung im Norden geltend macht.

Ja, der Slogan ist frech – wegen des kleinen Wortes „echt“, das manch einen in den Nachbarländern auf die Palme brachte. Der Begriff ist positiv besetzt: Echt, authentisch, unverfälscht, das möchte jeder sein. Diese Eigenschaften sind vielen wichtiger als „Schönheit“, „Attraktivität“ oder „Liebreiz“. Und: Damit können auch die manchmal nicht so schönen Seiten der hiesigen Landschaft und des hiesigen Klimas – wie gefühlter Dauerwind oder gefühlter Dauerregen – in klare Vorteile umgemünzt werden. Das haben die Werbestrategen gut gemacht.

Bleibt die Frage, ob der Slogan nicht geografisch irgendwie neben der Spur ist. Wenn man aus Skandinavien einreist und mit dem Schild „Der echte Norden“ empfangen wird, hat man vielleicht Zweifel am Sinn der Werbung. Aber natürlich bezieht sie sich auf Deutschland im Allgemeinen und Norddeutschland im Besonderen. Und da gibt es nun mal kein Vertun: Nördlicher als Schleswig-Holstein geht es echt nicht.

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Uta Wilke
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Tourismus
Foto: Die Plakate sind Teil der Kampagne "Schleswig-Holstein - Der echte Norden", mit dem das Bundesland nicht nur als Tourismusziel, sondern auch als Wirtschaftsstandort angepriesen wird.

Die Landeskampagne „Schleswig-Holstein – der echte Norden“ geht in die zweite Phase: Ab Montag werden an landesweit 600 Standorten einige Vorzeige-Unternehmer plakatiert, darunter die Geschäftsführerin der Kieler Werft „Gebr. Friedrich“, Katrin Birr. Die Regierung hatte die umstrittene Landeswerbung vor zwei Jahren gestartet.

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