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Uta Wilke zur Planung in der Flüchtlingspolitik

Kommentar Uta Wilke zur Planung in der Flüchtlingspolitik

In einer Zivilgesellschaft müssen Stärkere den Schwächeren helfen. Menschen eine neue Heimat zu bieten, die vor Terror und Krieg geflohen sind und alles verloren haben, ist eine Verpflichtung. Doch diese Erkenntnis reicht nicht aus, um die riesigen Herausforderungen zu meistern.

Nötig sind ein klarer Blick auf die Probleme und eine gute Planung von Land und Kommunen. Denn der Druck wird noch größer. 8500 Flüchtlinge sind im ersten Halbjahr 2015 nach Schleswig-Holstein gekommen, nach Einschätzung des Innenministeriums stehen die zuwanderungsstärksten Monate aber erst noch bevor. Auch deutet nichts darauf hin, dass im nächsten Jahr weniger Menschen hier Zuflucht suchen werden.

Der Flüchtlingsbeauftragte bescheinigt dem Land „ernsthafte Bemühungen“. Tatsächlich hat der viel gescholtene Innenminister Stefan Studt gleich nach Amtsantritt das Thema zu seiner Sache gemacht. Und das Land hat rechtzeitig Vorkehrungen getroffen. Das fängt bei den Prognosen an, die frühzeitig auf 20000 für dieses Jahr nach oben korrigiert wurden und damit eine gute Basis für neue Erstaufnahmeeinrichtungen und Übergangsunterkünfte bieten. Das ist ein Kraftakt – auch für die Kommunen.

Sie müssen für ein gutes Miteinander von Flüchtlingen und Anwohnern sorgen. In Kiel zum Beispiel sucht die Stadtspitze intensiv das Gespräch mit den Bürgern, geht auf sie zu. Das ist vernünftig. Gegen Sorgen und Bedenken helfen Informationen, gegen Angst vor dem Fremden hilft Kennenlernen.

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Uta Wilke
Redaktion Lokales Kiel/SH

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