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Uta Wilke zur Synode

Kommentar Uta Wilke zur Synode

Der Wandel ist greifbar: Die Spitzen von Nordkirche und Politik vollziehen angesichts der Mammut-Herausforderung in der Flüchtlingsfrage den Schulterschluss. Sie sind sich ihrer gemeinsamen Verantwortung bewusst. Die wohl gesetzten Worte von Landesbischof Gerhard Ulrich – „Fürchtet euch nicht, wir als Kirche stehen euch zur Seite als kritisch begleitende Partnerin“ – werden noch in vielen Diskussionsrunden zitiert werden.

Denn hinter diesem Satz steht ein großes Versprechen: Die Politik kann auch dann auf die Kirche zählen, wenn die Stimmung gegenüber Flüchtlingen schlechter werden und/oder den vielen ehrenamtlichen Helfern die Puste ausgehen sollte.

Wer, wenn nicht die uralte Institution Kirche, könnte ein solches Versprechen einlösen? Sich um Menschen in Not zu kümmern, ohne nach ihrer „Nützlichkeit“ zu fragen, und Barmherzigkeit walten zu lassen, gehört zu ihren Kernaufgaben. Und: Sie hat den Apparat, die Ressourcen und die Logistik, um der Herausforderung gerecht zu werden.

Kein Wunder, dass die Synodalen auf ihrer Tagung Selbstbewusstsein ausstrahlten. Sie sehen in der schwierigen Situation auch ihre Chance. Die Nordkirche, die unter zunehmender religiöser Gleichgültigkeit zu leiden hat, die durch demografischen Wandel und Mitgliederschwund gebeutelt ist, könnte zu neuer Stärke und neuem gesellschaftlichen Ansehen gelangen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Kirchengemeinden zum Ort der Integration zu machen. Das hat eine ganz aktuelle Bedeutung. Nach der Erstaufnahme steht mit der Unterbringung der Flüchtlinge in den Kreisen ein neuer Kraftakt bevor.

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Ein Artikel von
Uta Wilke
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Nordkirchen-Synode
Foto: Wollen die Gemeinden für Menschen ohne religiöse Zugehörogkeit öffnen: Frank Zabel (v.l.), Gerhard Ulrich, Dr. Andreas Tietze und Dr. Martin Vetter.

Die Nordkirchen-Synode hat auf ihrer Tagung die Verantwortung ihrer über 1000 Gemeinden für die Flüchtlingsarbeit in den Blick genommen. „Die Ortsgemeinde bietet die Struktur, in der Integration für jene erbracht werden kann, die wir willkommen heißen und die bei uns Schutz suchen“, sagte Landesbischof Gerhard Ulrich.

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