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Frank Behling zur Umbenennung von Abu Dhabi Mar

Kommentar Frank Behling zur Umbenennung von Abu Dhabi Mar

Die Windenergie sollte die deutschen Werften mit ihren 17000 Mitarbeitern aus der Schifffahrtskrise führen. Offshore-Wohnplattformen, Bauschiffe und Fundamente für die Windparks auf Nord- und Ostsee –Werften in Kiel, Emden, Bremerhaven, Warnemünde und Wismar stellten ihre Produktion um und waren damit auch erfolgreich. Bis 2012, also für eine Zeitspanne von gerade einmal drei Jahren.

Denn wie zuvor im Containerschiff- und Tankerbau gilt auch für die Offshore-Produkte: Kaum sind die mit Millionen Euro geförderten und teuer entwickelten deutschen Produkte auf dem Markt, werden sie von Werften aus Fernost kopiert. Und die Konkurrenz in China, Korea oder Vietnam produziert einfach billiger, auch, weil sie weder Umweltauflagen noch Arbeitnehmerrechte kennt. Nur in zwei Segmenten können europäische Schiffbauer die Asiaten noch auf Distanz halten: bei Kreuzfahrern und Kriegsschiffen. Wer diese Schiffe bestellt, muss nicht auf den Euro achten und ist auch nicht auf Steuersubventionen oder Fördergelder angewiesen. Für Kunden dieser Schiffe zählen besonders Qualität, Termintreue und Zukunftstechnologien.

Die im Dock 8 liegende Megajacht „White Pearl“ wird auf lange Sicht das letzte zivile Schiff sein, das in Kiel gebaut wurde. Unter dem neuen Namen German Naval Yards ist die Werft mit dem Bau von Korvetten für Algerien und Israel dann bis 2020 beschäftigt.

Eine Rückkehr in den zivilen Schiffbau dürfte danach schwer möglich, wenn nicht angesichts der fehlenden Referenzen sogar unmöglich sein.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Megasegeljacht "White Pearl"
Foto: Prunkstück der German Naval Yards: Die Segeljacht "White Pearl" soll 140 Meter lang sein.

Drei Jahre lang war sie das am besten gehütete Geheimnis des Jachtbauers Nobiskrug: Jetzt wird das millionenschwere Prestige-Objekt „White Pearl“ auf das Aufschwimmen vorbereitet und ist per Fernglas für jedermann sichtbar. In Dock 8 der Kieler Werft German Naval Yards laufen zurzeit die letzten Arbeiten an der Megajacht.

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