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Thorsten Beck zur Soko "Wohnung"

Kommentar Thorsten Beck zur Soko "Wohnung"

Machen wir uns keine Illusionen: Es ist eine Frage der Zeit, bis sie wieder zuschlagen. Offen ist bloß, wen es trifft. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit verlegen professionell agierende Einbrecherbanden ihr Betätigungsfeld traditionell in Regionen, in denen es aus ihrer Sicht etwas zu holen gibt.

Und der Kreis Segeberg, vor allem aber der Hamburger Rand, zählt Jahr für Jahr mit dazu.

 In der Manier von Heuschrecken grasen die Täter ausgewählte Orte ab, bevorzugt jene mit Autobahnanbindung, um spätestens dann weiterzuziehen, wenn sie bei ihren Taten allzu sehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Dass man bei den Ermittlungsbehörden (wenngleich etwas spät) das Problem erkannt hat – und das beweist die Einrichtung der Soko „Wohnung“ – lässt hoffen. Denn auch wenn sich die für 2017 erfassten Einbruchzahlen – noch – auf vergleichsweise niedrigem Niveau bewegen, käme jede Entwarnung zu früh. Betroffenen, die unter dem Trauma leiden, das ein Eindringen wildfremder Menschen in ihr Haus hervorruft, kann man kaum mit dem Argument kommen, wenigstens gehörten sie einer kleiner werdenden Bevölkerungsgruppe an.

 Wenn die Polizei der Plage zumindest einigermaßen Herr würde, wäre viel gewonnen – gerade beim oft sträflich unterschätzten subjektiven Sicherheitsgefühl der Menschen. Anlass, in den Bemühungen nachzulassen, gibt es nicht. Darüber würden sich allenfalls die diebischen Reisegruppen freuen, die längst auf gepackten (oder noch leeren) Koffern sitzen.

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