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Jörn Genoux zur Wehrtechnik

Kommentar Jörn Genoux zur Wehrtechnik

Das ist wohl die Aufgabe fast jeder Branchenorganisation: auch dann zu klagen, wenn die Geschäfte im Prinzip ganz gut laufen. Und schaut man nur auf die Zahlen der vergangenen Jahre, dann hat die Wehrtechnik-Industrie in Schleswig-Holstein wie im übrigen Deutschland eigentlich keinen Grund zur Klage.

Denn es läuft rund. Zwar geht der Umsatz mit der Bundeswehr tendenziell zurück; doch das Interesse aus dem Ausland ist groß. Entsprechend stabil sind seit Jahren die Umsätze, in einigen Bereichen steigen sie sogar. Die Jobs sind sicher, es entstehen sogar neue Arbeitsplätze.

Und dennoch ist nicht alles gut – aus Sicht der Unternehmen. Denn nicht selten ziehen sich Entscheidungen über Exportanträge endlos hin. Ausländische Wettbewerber können inzwischen sogar schon mit dem Hinweis bei potenziellen Kunden punkten, sie hätten ein garantiert „German-free product“, ein Waffensystem also, dessen Ausfuhr nicht von deutschen Behörden genehmigt werden muss.

Man kann die Geschäfte der deutschen Rüstungswirtschaft kritisieren und verurteilen. Aber die Unternehmen haben Anspruch auf klare und nachvollziehbare Exportregeln und auf schnelle Entscheidungen in Deutschland. Und sie haben in einem Europa, das enger zusammenwachsen will, auch ein Recht auf einheitliche Rüstungsexport-Standards in der EU. Die regelmäßig wiederkehrenden Klagen sind daher in diesem Fall gut nachzuvollziehen.

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Schützenpanzer Puma: ein wichtiges Projekt für Firmen aus Schleswig-Holstein.

Die Wehrtechnik-Unternehmen in Schleswig-Holstein stehen insgesamt auf einem festen Fundament. Die Umsatzerwartungen der Firmen in diesem Geschäftsjahr sind „gedämpft optimistisch“; die meisten wollen die Beschäftigung stabil halten, einige planen sogar Einstellungen. Das berichte am Donnerstag Dietel Hanel, der Vorsitzende des Arbeitskreises Wehrtechnik in Schleswig-Holstein, in Kiel.

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