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Kristian Blasel zum Airpark Holtenau

Leitartikel Kristian Blasel zum Airpark Holtenau

Monatelang haben Kieler Politik und Wirtschaft auf dieses Gutachten gewartet. Nun ist es da, doch auf den ersten Blick hat sich damit nichts geändert: Die Grünen sehen sich in ihrem Nein zu einem „Airpark Holtenau“ bestärkt.

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Kristian Blasel

Quelle: Kieler Nachrichten

Die IHK, die große Mehrheit der SPD sowie der Oberbürgermeister wollen dagegen am Flughafen festhalten. Alles Positionen also, die unabhängig von der wissenschaftlichen Expertise feststanden – zumal das Gutachten keiner Seite eindeutigen Rückenwind gibt.

Trotzdem ist es gut, dass das Papier auf dem Tisch liegt. Denn nun ist die Kieler Politik am Zug, die sich bisher vor einer Entscheidung drücken konnte – und sich glücklicherweise verpflichtet hat, in diesem Jahr in der Flughafen-Frage endlich Farbe zu bekennen. Obwohl die Experten keiner Variante einen klaren Vorzug geben, haben sie ungefragt der zerstrittenen Kooperation schon eine mögliche Kompromisslinie mit auf den Weg gegeben.

Die vielleicht wichtigste Botschaft

Das, was sie Variante C nennen, könnte tatsächlich eine Möglichkeit sein, die die Kooperation vor dem großen Knall bewahrt. Wenn sich das Rathaus-Bündnis darauf verständigen würde, den Flugbetrieb vorerst aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Planungen für eine großflächige Nutzung für Gewerbe und Wohnbebauung voranzutreiben, müsste es keine Verlierer geben. Zumal es für schnelle Entscheidungen ohnehin keinen Anlass gibt: Die Stadt wäre personell gar nicht in der Lage, sofort ein derartig großes Areal zu entwickeln. Der Subventionsbedarf für den Flughafen wiederum ist mit 500000 Euro, von denen die schwer zu berechnenden positiven wirtschaftlichen Effekte für Kiel noch abzuziehen sind, vergleichsweise gering.

Die vielleicht wichtigste Botschaft lautet also: Wenn der Betrieb aufrechterhalten wird, bleiben alle Optionen offen – langfristig auch die grüne Idee einer Mischnutzung ohne Flughafen, für die die Wissenschaftler viel Sympathie erkennen lassen. Ob sich der Wohnraumbedarf und der Ansiedlungsdruck aber tatsächlich so entwickeln, wie derzeit vorhergesagt, weiß heute niemand.

Die nächsten Wochen werden spannend

Gleichzeitig ist es erstaunlich, dass die Gutachter dem Aspekt der Planungssicherheit kein großes Gewicht gegeben haben. Aus Sicht der Wirtschaft leidet der Flughafen seit Jahren vor allem unter seiner fehlenden Perspektive. Entsprechend wenig Gewerbe hat sich bisher angesiedelt, das auf Flugbetrieb setzt. Dass nun ein Weg empfohlen wird, der diese Planungsunsicherheit auf Jahre zementiert, wird die heimische Wirtschaft kaum zufriedenstellen.

Die nächsten Wochen werden in der Landeshauptstadt kommunalpolitisch höchst spannend. Die Gespräche innerhalb der Kooperation stehen nicht nur im Zeichen des Landtagswahlkampfs, sondern auch unter dem Eindruck des Dauerstreits um den Windpark Meimersdorf und der Frage, ob der grüne Bürgermeister von der Ratsversammlung im Amt bestätigt wird. Da wird es für die Beteiligten nicht leicht, kühlen Kopf zu bewahren. Nötig ist es trotzdem.

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Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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