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Kristian Blasel zum Fachkräftemangel

Kommentar Kristian Blasel zum Fachkräftemangel

Ist der Fachkräftemangel nun ein Hirngespinst oder ein echtes Problem? Die Frage, die in Talkshows mitunter noch kontrovers diskutiert wird, ist in Schleswig-Holsteins Städten längst beantwortet.

Die erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt stellt die kommunale Verwaltung vor Schwierigkeiten, die eigentlich erst in einem knappen Jahrzehnt mit dem Renteneintritt der Baby-Boomer in dieser Dimension erwartet worden sind. Verschärft durch neue gesllschaftliche Aufgaben (Ausbau der Kita-Plätze) und der enormen Konkurrenz der prosperierenden Wirtschaft, fehlen den Kommunen zwischen Nord- und Ostsee Fachkräfte an allen Ecken und Enden. Die Beispiele Kiel und Lübeck zeigen zudem, dass eben nicht mehr nur die vermeintlich unattraktiven Orte auf dem flachen Land sich Sorgen machen müssen. Mittlerweile ist der gesamte öffentliche Dienst in Not.

Schnelle Abhilfe ist kaum möglich. Sicher aber ist: Teilzeitmodelle, Sozialleistungen und Fortbildungsangebote werden auf Dauer nicht ausreichen, um genügend Menschen für öffentliche Arbeitgeber zu begeistern. So lange die Privatwirtschaft so floriert wie zurzeit, entscheidet am Ende das Geld. Bund und Land werden bald gezwungen sein, die Kommunen finanziell besser auszustatten – schon um ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten. Denn ohne Fachkräfte vor Ort lassen sich alle politischen Träume von angemessener Kinderbetreuung über eine funktionierende Infrastruktur bis hin zu einer geschmeidigen Verwaltung nicht verwirklichen. Wer das nicht erkennt, hat in ein paar Jahren noch größere Probleme.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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