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Kristian Blasel zur Niemeyer-Kapelle

Kommentar Kristian Blasel zur Niemeyer-Kapelle

Es ist eine Geschichte voller Streit und Missverständnisse – die nun doch ein glückliches Ende zu finden scheint. Es wäre ein glückliches Ende für die Hinterbliebenen des AF-447-Fluges, die sich ungeachtet der zurückliegenden Debatten stets eine Erinnerungskapelle für die Opfer des Air-France-Fluges an der Förde gewünscht haben.

Es wäre zugleich aber auch ein glückliches Ende für Kiel, das sich auf einen von Oscar-Niemeyer inspirierten Bau mitten in der Stadt freuen darf. Insofern gilt dem Ortsbeirat Wik, der die Lösung weitgehend geräuschlos vorbereitet hat, ein dickes Dankeschön. In dem Stadtteil, der wie kaum ein anderer Tradition (Marinehafen) und Moderne (Anscharpark) verbindet, ist es gelungen, einen Standort zu finden, der alle Beteiligten zufriedenstellt – und vor allen Dingen niemandem den Blick verstellt. Kiel wiederum muss dank dieser Lösung doch nicht mit dem Ruf leben, ein beispielloses architektonisches Geschenk ausgeschlagen zu haben. Zum Glück.

Wer mag, wird auch jetzt noch einen Grund zum Mäkeln finden. Beispielsweise den, dass der Blick aufs weite Meer von der Orchideenwiese aus lange nicht so uneingeschränkt ist, wie er es an der Steilküste in Schilksee gewesen wäre. Aber eigentlich sollte die Zeit der kleinkarierten Debatten endgültig vorbei sein. Nach dem Ja im Ortsbeirat wäre der Weg frei für konkrete Planungen. Und dann können die Schilkseer am Ende selbst sehen, ob sie eine Chance verpasst haben.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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