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Kristiane Backheuer zur häuslichen Gewalt

Kommentar Kristiane Backheuer zur häuslichen Gewalt

Die Zahlen sind schockierend: Jede vierte Frau hat schon einmal häusliche Gewalt erlebt, 45000 Frauen fliehen jährlich in Deutschland mit ihren Kindern in Frauenhäuser. Die Tendenz ist steigend. Wenn Männer ihre Frauen verprügeln, wenn Väter ihre Töchter vergewaltigen, ist das alles andere als Privatsache. Dann muss die Gesellschaft eingreifen und helfen.

Immerhin gibt es ein breites Beratungsnetz im Land, das den betroffenen Frauen Hilfe anbietet. Die Beraterinnen machen eine tolle Arbeit, hören zu, stärken das Selbstbewusstsein, zeigen Lösungswege auf. Die meisten Helferinnen beklagen aber, dass das Thema in unserer Gesellschaft nach wie vor tabu ist. Es herrsche eine Kultur des Schweigens und des Wegsehens.

In Amerika hat schon vor Jahren ein Wandel eingesetzt. Da berichten Schauspielerinnen vor laufender Kamera von dem erlebten sexuellen Missbrauch, da outen sich Politikerinnen, dass sie jahrelang vom eigenen Ehemann geschlagen wurde.

Eine Aktion wie die Brötchentüten-Kampagne „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ ist wichtig. Sie bringt ein schwieriges Thema in das Einkaufszentrum, an die Bäckertheke, an den Frühstückstisch. Eine solche Aktion – auch wenn sie schon seit zwölf Jahren läuft – kann aber nur der Anfang sein. Wir müssen mutiger sein! Kreativer! Solidarischer! Und da können gerne auch Männer unterstützend helfen.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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"Gewalt kommt nicht in die Tüte"
Foto: Gemeinsam gegen Gewalt: Pamela Zimmermann, Maike Schiemann, Gabriele Schneider, Ayse Fehimli-Kuzu und Ingrid Litzow (von links) packen die von der Bäckerei  Steiskal gespendeten Brötchen in die Aktionstüten. Die Frauen sind in spezialisierten Beratungsstellen und Facheinrichtungen engagiert.

Nette Geste zu einem ernsten Thema: Rund 30 Frauen verteilten am Montagmorgen im Kieler Citti-Park kostenlos Brötchen an Passanten. Innerhalb von zwei Stunden landeten 2500 Tüten in den Einkaufstaschen der Besucher – in der Hoffnung, dass einigen Frauen dadurch vielleicht geholfen werden kann.

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