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Kristiane Backheuer zur katholischen Kirche Kiel

Kommentar Kristiane Backheuer zur katholischen Kirche Kiel

Ein katholischer Jugendpastor stellt zweifelhafte Zeitungsartikel ins Internet, schimpft von der Kanzel, dass nur die „richtige“ Familie gut und dass das Abendmahl nicht für jeden gedacht ist. Da schlagen die Wellen im weltoffenen Schleswig-Holstein hoch. Unser Land ist ein multikulturelles und multireligiöses Land. Und das ist gut so.

Wenn man katholische Gottesdienste besucht, verwundert immer wieder die Buntheit. Da sitzen Spanier, Philippinos, Franzosen und afrikanische Katholiken nebeneinander. Willkommen ist jeder, egal aus welchem Land er kommt. Genau das ist die Stärke der katholischen Kirche. Sie ist eine Weltkirche.

Der beschuldigte Pastor selbst war einmal ein Fremdling. Aufgewachsen in Polen, kam er erst spät nach Deutschland. Sicherlich hatte auch der Theologe diskriminierende Erlebnisse. Schade nur, dass er seine eigenen Erfahrungen nicht positiv verarbeitet hat. Nun soll er der katholischen Jugend den richtigen Weg weisen. Ihren Horizont erweitern, ihr beim Erwachsenwerden helfen. Kann das gut gehen? Dieser Mann kann kein Vorbild sein.

Manche seiner Thesen sind so konservativ wie die römische Linie. Auch der Vatikan ist gegen die Homo-Ehe und will das Abendmahl nicht an Konfessionsfremde ausgeben. Aber passt das noch? Solche Doktrinen spalten, sie versöhnen nicht. Sieht man dagegen den Papst in New York, wie er Worte an die Weltgemeinschaft richtet, dann ist die Zeit des Ausgrenzens vorbei. Dieser Papst ist weiter als manche seiner Hirten.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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Unruhe in der Katholischen Kirche
Foto: Propst Leo Sunderdiek, der Leiter der neuen Kieler Großpfarrei Franz von Assisi, bestätigt, dass bereits Gespräche geführt wurden. Der Kieler Gemeinde sei von dem beschuldigten Pastor jedoch zugesichert worden, dass die Veröffentlichungen auf Facebook lediglich „Gesprächsanregungen“ gewesen seien.

Unruhe in der Katholischen Kirche Kiel: Ein seit Kurzem für die Jugendarbeit verantwortlicher Pastor hat über Monate im Internet Inhalte unter anderem der Zeitschrift „Junge Freiheit“ veröffentlicht, die dafür bekannt ist, rechtspopulistische Thesen zu verbreiten.

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